Selten zu Gehör gebrachte Chormusik der Spätromantik ist am Sonntag, 18. November, um 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Höchstadt zu erleben. Der Erlanger Kammerchor "CoroCantiamo" gastiert in seiner Reihe "Musik in alten fränkischen Kirchen" wieder einmal in Höchstadt mit einem Programm, das sich mit außergewöhnlichen Klangschöpfungen dem Themenkreis Sterben-Tod-Ewigkeit nähert.

Neben einem Chorstück von Edward Elgar erklingt auch eine der seltenen Chorkompositionen von Giacomo Meyerbeer. Der in Deutschland aufgewachsene und in Frankreich berühmt gewordene Opernkomponist schrieb eine achtstimmige Komposition über den Sterbepsalm 91. Die Opern des jüdischen Komponisten waren bis zum Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland sehr beliebt. Die teils dramatische Psalmvertonung gibt auf ihre Weise Zeugnis von der Beliebtheit des Komponisten, heißt es in der Einladung zum Konzert.

Unter dem Titel "... Licht gegeben dem Mühseligen?" erklingen noch weitere Kompositionen aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, die sich mit dem Themenkreis Sterben, Tod und Ewigkeit auseinandersetzen. Neben Meyerbeers Motette, einer Vaterunser-Paraphrase auf einen Text aus Dantes Göttlicher Komödie von Giuseppe Verdi und der titelgebenden, kraftvollen Brahms-Motette sind dies vor allem zwei auf ihre Weise sehr ungewöhnliche Tonschöpfungen von Max Reger und Ildebrando Pizetti.

Der "CoroCantiamo" und sein Chorleiter Marco Schneider nehmen sich einer Reger-Motette an, die in der Art ihrer hochexpressiven Vertonung ihresgleichen sucht. Ganz anders das Requiem des Neoromantikers Ildebrando Pizetti. In seiner Komposition von 1922 für vier- bis zwölfstimmigen Chor besinnt sich der Italiener auf die mittelalterliche Gregorianik und Techniken der Renaissance. Besonders die der Gregorianik innewohnende, eher "stille" Ausdruckstiefe verleiht dem Werk hoffnungsvolle Ruhe und einen Klang voll lichter Weite. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Spenden am Ausgang werden erbeten. red