Mit einem offenen Brief protestieren die Bürgermeister von Ahorn, Dörfles-Esbach, Itzgrund, Meeder und Weitramsdorf gegen die Pläne der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, in den nächsten Wochen und Monaten Geschäftsstellen zu schließen und Geldautomaten abzubauen. Die Schließungspläne hatte Vorstandschef Martin Faber im Zuge der Bekanntgabe der Bilanz 2019 vor allem mit der anhaltenden Niedrigzinsphase und der zunehmenden Digitalisierung begründet.

Wie Martin Finzel, Udo Döhler, Nina Liebermann, Bernd Höfer und Andreas Carl in dem Schreiben an Faber und den Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Landrat Sebastian Straubel, deutlich machen, bedauern sie die Absicht der Sparkassen, sich als kommunales Kreditinstitut aus der Fläche zurückzuziehen, zutiefst. Mit der Schließung der Geschäftsstellen in Kaltenbrunn (ab 1. Juli), Weitramsdorf und Dörfles-Esbach (nach Fertigstellung der Geschäftsstelle in der Kasernenstraße in Coburg) und der vor kurzem erfolgten Schließung der Geschäftsstellen in Meeder und Ahorn sowie dem Abbau der dort verbliebenen Geldautomaten (zum 1. Juli 2020 bzw. 1. Januar 2021) würden die Wege - insbesondere für die älteren und immobilen Bürger - deutlich weiter.

Das von persönlichen Bindungen und Vertrauen geprägte Beratungsgeschäft, so heißt es, sei unter diesen Bedingungen ebenfalls kaum mehr durchführbar. Darüber hinaus sehen die Bürgermeister den Versorgungsauftrag des Kreditinstituts als gefährdet an.

Ländlicher Raum benachteiligt

Sie schreiben: "Unseren (...) Bürgern wird es erschwert an ihr Erspartes zu kommen, sich kostenneutral ihre Kontoauszüge drucken zu lassen und Überweisungen abzugeben. Leistungen, für die sie durch die deutlich gestiegenen Gebührenmodelle ohnehin bezahlt haben." Und weiter: "Wir sehen eine Ungleichbehandlung des ländlichen zum städtischen Raum und eine deutliche Benachteiligung der älteren und immobilen Kunden, die bisher nur schwer für die neuen Möglichkeiten von Onlinebanking und bargeldlosen Bezahloptionen zu gewinnen waren."

Zwar verstünden sie als Bürgermeister die Zwänge, in denen sich das Bankensystem durch die anhaltende Niedrigzinsphase befindet, und könnten die Notwendigkeit der Einsparung nachvollziehen. Unverständlich sei allerdings die Verabschiedung von Mindeststandards, nämlich der Möglichkeit, innerhalb der eigenen Gemeinde kostenfrei Geld abzuheben, die einfachsten Bankgeschäfte (Überweisungen, etc.) zu tätigen oder sich einen Überblick über die Kontobewegungen durch das Ausdrucken kostenfreier Kontoauszüge zu verschaffen.

Ihre Bitte: Die Sparkasse möge ihre Entscheidung überdenken und im Sinne der Kunden andere Lösungen finden. red