Trotz der Führung über die gesamte Spielzeit hinweg haben die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg zum Abschluss des siebten Spieltages in der 2. Liga Süd im Gastspiel bei den Rutronik Stars Keltern II eine vorzeitige Entscheidung verpasst. In der Ludwigsburger Rundsporthalle kam die Mannschaft um Topscorerin Victoria Waldner (22 Punkte) zu einem 76:68 (35:28)-Auswärtserfolg, der mit einer etwas konzentrierteren Leistung allerdings auch deutlicher hätte ausfallen können.
"Wir hatten die Begegnung zwei-, dreimal schon in der Tasche, haben uns dann aber massive Aussetzer an beiden Enden des Feldes geleistet, damit den Gegner aufgebaut und es noch einmal unnötig spannend gemacht", fasste Cheftrainer Ulf Schabacker den Umstand, dass es seine Schützlinge versäumt hatten, spätestens beim Zwischenstand von 66:51 Mitte des letzten Viertels endgültig den Sack zuzumachen, in Worte.
Fünf Kelterner Dreier in den letzten fünf Minuten waren zwar nicht mehr als Ergebniskosmetik, etwas mehr Souveränität hätte es aus Sicht der Bambergerinnen aber dennoch sein dürfen. "Das Ergebnis sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, wenn wir wirklich in der Spitzengruppe mitspielen wollen. Über 20 Ballverluste gegen einen Gegner, der keine Pressverteidigung spielt, sind zu viel. Ich ärgere mich auch über mich selbst und will mich da gar nicht ausnehmen. Das war heute zum Teil nicht das, was wir können und was wir uns in der Kabine vorgenommen haben", fand Svenja Zeis trotz des Erfolgs vor den Toren Stuttgarts klare Worte für die streckenweise fehleranfällige Vorstellung.
Für das Potenzial und die Qualität der ohne die angeschlagene Mara Münder angetretene DJK Brose sprach, dass sie trotz Licht und Schatten in ihrem Spiel stets einen Weg fand, die Erstliga-Reserve der Rutronik Stars auf Abstand zu halten. War es im ersten Viertel Janett Perv, die nach ihrer Hereinnahme mit gewohnt guter Verteidigung und acht schnellen Punkten für Wirbel sorgte, tat sich im zweiten Durchgang ihre Nationalmannschaftskollegin Liisi Sokman hervor. Zehn der 18 Zähler in diesem Abschnitt gingen auf das Konto der Estin, die damit nach dem 22:21-Anschluss durch die Truppe von Ex-Bundesligaprofi Rouven Roessler maßgeblich zu einem 13:2-Zwischenspurt ihres Teams beitrug.
Nach dem Seitenwechsel schlüpften Julia Förner und Tori Waldner in die Rolle der auffälligsten Akteurinnen, was sie mit jeweils zwölf Punkten auch statistisch unterfütterten. Ab dem 40:30 und bis zum 68:59 in der 36. Minute lagen die Bambergerinnen schließlich konstant und zwischenzeitlich mit bis zu 16 Punkten in Front, echte Dominanz strahlten sie dabei aber nur in Ansätzen aus. Am Ende stand daher ein glanzloser, aber für das Selbstbewusstsein wichtiger 76:68-Erfolg.
Nach dem letzten Auswärtsspiel des Kalenderjahres dürfen sich die Brose-Korbjägerinnen jetzt auf einen Heimspiel-Marathon freuen. Zwischen dem 12. November und dem 21. Januar 2017 warten gleich sechs Partien vor eigenem Anhang in Serie. Die erste Mannschaft, die im Zuge dessen ihre Visitenkarte in der Graf-Stauffenberg-Halle abgibt, ist am Samstag um 15.30 Uhr die des ASC Theresianum Mainz. red
Rutronik Stars Keltern II: Schubitschew (17), Seemann (11), Banozic (8), Elbert (8), Fody (7), Genten (5), Stöckle (5), Shoemaker (4), Schüler (3), Bozic, Gross, Stenzel / DJK Brose Bamberg: Waldner (22), Sokman (19), Förner (12), Perv (12), Zeis (5), Hesselbarth (3), Landwehr (3), Furman, Lohneiß, Ulshöfer