"Wir bedauern den Brexit, denn unser Ziel ist ein föderaler europäischer Bundesstaat, der alle Europäer in Frieden und Freiheit vereint." Mit diesen Worten hat Thomas Nagel, Kreisvorsitzender der Europa-Union, den Austritt Großbritanniens aus der EU kommentiert. Der Brexit sei und bleibe ein historischer Rückschritt. "Er wurde begünstigt durch Unwissen und Unwahrheiten sowie europaskeptischen und fremdenfeindlichen Populismus, der auch unser Land bedroht", so Nagel.

Der Kreisverband Kulmbach setze sich für ein freiheitliches, demokratisches und vielfältiges Europa ein. "Wir werden die Verbindung zu den Menschen im Vereinigten Königreich halten und wo immer möglich ausbauen", schreibt der Vorsitzende in einer Stellungnahme.

Freundschaften pflegen

Europa sei auch und gerade auf der Basis von Städtepartnerschaften, des grenzübergreifenden Miteinanders von Vereinen, von Sportbegegnungen und Jugendaustausch-Projekten gewachsen. "Daran wollen wir festhalten und bestehende Freundschaften zu Briten pflegen und neue anstreben. Gerade aber auch in den Kulmbacher Schulen und unter den Jugendlichen müssen wir für ein starkes Europa stärker werben. Bereits in meiner Jugend haben meine Eltern auf das Ziel eines gemeinsamen Europas immer viel wert gelegt."

Das gemeinsame Haus Europa zu errichten, sei ein Generationenauftrag, der weder mit den Römischen Verträgen noch mit Maastricht oder Lissabon abgeschlossen war, fährt Nagel fort. Das Brexit-Referendum von 2016 und der Austritt Großbritanniens gäben keine endgültigen Antworten auf die Frage nach Großbritanniens künftigem Platz in Europa.

Zwei Forderungen an die Politik

"Als europäisch engagierte Bürger erwarten wir von der Politik auf allen Ebenen zweierlei. Erstens muss nun alles darangesetzt werden, eine gute Lösung für die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien zu finden, auch im Sinne der oberfränkischen Wirtschaft. Zweitens erwarten wir zeitnah konkrete, mutige Schritte hin zu einem neuen Konvent, der die EU auf der Grundlage ihrer Werte und Ziele zukunftsfest macht."

Die Konferenz über die Zukunft Europas könne nur der erste Schritt dazu sein, und die angekündigte Bürgerbeteiligung dürfe kein Feigenblatt sein, so der Kreisvorsitzende der Europa-Union abschließend. red