Aller guten Dinge sind vier. Am Freitag kam die lang ersehnte Mail im Rathaus an: Gräfenberg kann den Vertrag über den Breitbandausbau mit der Telekom unterzeichnen und wird dann in etwa einem Jahr über schnelleres Internet verfügen. Trotzdem war so mancher im Stadtrat verschnupft, allen voran Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) selbst, denn der Förderantrag musste vier Mal gestellt werden, um endlich grünes Licht zu erhalten.
Beim ersten Angebot hatte die beauftragte Planungsfirma vergessen, die Leerrohre einzuzeichnen. Beim zweiten Versuch war ein Rechenfehler aufgetreten, und im dritten Angebot war ein Teil von Walkersbrunn vergessen worden. So musste ein viertes Angebot nach Bayreuth geschickt werden. Als Wiedergutmachung versprach die Planungsfirma, einige Dinge kostenlos zu bearbeiten.
Bis auf ein Anwesen, das mit 16 Megabit pro Sekunde versorgt werden wird, können alle anderen Häuser in Walkersbrunn mit 25 Megabit rechnen. Zum Jahresende soll nach erfolgtem Vectoring sogar eine Versorgung mit 40 Megabit möglich sein.


Zwei WLAN-Hotspots

Auch das WLAN-Förderprogramm der Regierung sprach Nekolla an. Er bat die Räte, sich Gedanken zu machen, ob und wo zwei kostenlose Hot-Spots eingerichtet werden könnten und ob noch weitere von der Stadt gekauft werden sollten.
Einigkeit herrschte darüber, dass ein Hot-Spot am Marktplatz geschaffen werden soll. Ob der zweite an den Bahnhof oder zum "Kugler-Wirt" nach Thuisbrunn, kommen soll, wird in der nächsten Sitzung beraten. Thuisbrunn wurde scherzhaft als "Tal der Ahnungslosen" bezeichnet, weil der Handyempfang dort sehr schlecht ist.
Auch in Walkersbrunn soll der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Ausweisung eines Sondergebiets "Photovoltaik-Freiflächen-Anlage" wäre notwendig, damit fünf Landwirte ihre Pläne umsetzen könnten. "Nach zehn Zentimetern Mutterboden kommt Gestein", stimmte Hans Derbfuß (CSU) zu, der den Antrag befürwortete, da vor allem Einheimische profitieren würden.
Errichten möchte die PV-Freiflächenanlage die Firma Anumar. Auch eine Bürgerbeteiligung ist möglich. Ob es überhaupt dazu kommt, steht aber längst noch nicht fest, denn in ganz Deutaschland können nur zehn dieser Vorhaben umgesetzt werden. Wer den Zuschlag erhält, wird sich Mitte April herausstellen.


Zuschuss für Küche

Einen Zuschuss für eine Einbauküche im Kindergarten hatte die Diakonie beantragt. Grund für diese Investition ist die drohende Schließung des Kindergartens durch die Fachbereichsleiterin am Landratsamt. Die Küche ist seit geraumer Zeit gesperrt. Die Schränke sind kaputt, die Schranktüren hängen zum Teil weg. 6000 Euro wird die Einbauküche kosten, die Stadt soll die Hälfte übernehmen.
Matthias Striebich (Grüne) regte an, in zwei Jahren, wenn der Kindergartenneubau fertiggestellt und ohnehin eine neue Küche eingerichtet sei, nochmals mit der Diakonie zu reden, wie mit dem Restwert umzugehen ist. Das sagte Bürgermeister Nekolla zu.