Sie sind der gleiche Jahrgang, starteten 1975 eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer bei der Eku, sind privat gut befreundet und arbeiteten über Jahrzehnte hinweg eng zusammen: Udo Schenkendorf im Sudhaus und Achim Schneider in der Filtration. Jetzt wurden sie für ihre 45-jährige Treue zur Kulmbacher Brauerei AG ausgezeichnet. 103 Mitarbeiter erhielten eine Ehrung für eine zehn- bis 45-jährige Zugehörigkeit. Die an allen Standorten üblichen Jubilar-Feiern konnten pandemiebedingt nicht stattfinden.

In Kulmbach ehrten Vorstandssprecher Markus Stodden, Technik-Vorstand Mathias Keil, Betriebsratsvorsitzende Martina Weber und Personalchef Florian Kirchner Udo Schenkendorf und Achim Schneider für 45 Jahre Treue. "Wir hätten gerne wie sonst üblich mit allen unseren Jubilaren zusammen gefeiert, aber die aktuelle Lage lässt es leider nicht zu. Gerne nehmen wir jedoch das außergewöhnliche Jubiläum zum Anlass, um Ihnen stellvertretend für alle anderen Jubilare unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen", gratulierte Markus Stodden.

Als Achim Schneider und Udo Schenkendorf 1975 in die Ausbildung starteten, war die EKU gerade an den Standort in der Gummistraße umgezogen - und in Kulmbach gab es noch vier selbstständige Brauereien. "Als ich damals meine Zusage bekommen habe, sagte mein Vater: Das ist wie ein Mercedes", erinnerte sich Achim Schneider.

"In der Brauerei zu arbeiten bedeutete damals, einen Arbeitsplatz bis zu seiner Rente zu haben. Ganz unabhängig davon, dass es für mich eine Ehre war, in der Bierstadt Kulmbach eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer machen zu dürfen." Dem pflichtete Udo Schenkendorf bei: "Brauer zu sein, ist mehr als nur ein Beruf. Es ist eine Leidenschaft für das Naturprodukt Bier. Man schmeckt es einem Bier an, mit wie viel Herzblut es gebraut wurde. Und wenn man dann im Bekanntenkreis hört, dass die Kulmbacher Biere gut schmecken, dann ist das das größte Lob."

Rund 20 Jahre später waren beide immer noch an Bord, als mit dem Zusammenschluss von Reichelbräu und Eku der Konzentrationsprozess am Standort Kulmbach abgeschlossen wurde und die Kulmbacher Brauerei daraus hervorging.

Der technische Zusammenschluss der Braustätten, der Aufbau der Bügelkompetenz, aber auch die Integration von Tochtergesellschaften fallen in die berufliche Laufbahn der beiden Jubilare.

"Auch wenn wir nie das Unternehmen gewechselt haben, so glich doch kein Jahr dem anderen, unsere Arbeitsplätze haben sich immer wieder verändert, langweilig wurde es da nie", erinnerte sich Schneider, der sich seit vielen Jahren auch im Betriebsrat engagiert. Schenkendorf ergänzte: "Ich habe in drei verschiedenen Sudhäusern gearbeitet und hoffe, dass ich die Erweiterung unseres Sudhauses bis zu meinem Ruhestand noch miterleben darf!" red