Lächeld zeigt der Besitzer des Wartenfelser Sägewerkes Bocksmühle, Günther Rosenbusch, dunkle Ringe. "Das sind Kolbenringe und eine komplette Kopfdichtung", erklärt er. Diese "Ersatzteile" haben die Bocksmühle gerettet.

Ein florierender Wirtschaftsbetrieb ist die kleine Sägemühle in Wartenfels nicht. Aber Günther Rosenbusch und sein Sohn Patrick betreiben die Bocksmühle, die schon die Vorfahren aufgebaut haben, als Hobby. Die Sägerei nach altem Vorbild ist die Leidenschaft und der ganze Stolz der Familie. Es liegt der Duft von frisch aufgesägtem Holz in der Luft. Alles ist vorhanden - sogar ein eigenes Gleis, auf dem die Stämme ins Gatter gezogen werden können.

"Wir konnten mit den großen Sägewerken nicht konkurrieren. Wir hätten auch keine Erweiterungsmöglichkeit. Doch wir machen Lohnschnitt, können Bretter raussägen - auch in kleinen Auflagen", erklärt Günther Rosenbusch. Allerdings wäre es damit fast vorbei gewesen. Denn der riesige alte Motor war kaputt. Angetrieben wird die Sägerei von einem Herforder Dieselmotor, Baujahr 1954. Ein schwarzer Koloss mit einem riesigen Antriebsriemen. 67 Jahre lang leistete der robuste und tonnenschwere Diesel-Motor, der mit Druckluft in Gang gesetzt wird, seine Dienste. Dann passierte Günther Rosenbusch ein Malheur: Der Motor überhitzte. "Alles war total verraucht. Ich habe gedacht, jetzt ist Schluss mit der Mühle", sagt Rosenbusch. Denn im Jahr 1985 schlossen die legendären Herforder Motorenwerke für immer ihre Pforten. Ersatzteile für den uralten Motor, der 35 PS hat und über einen Hubraum von 13 Litern verfügt, gibt es schon lange nicht mehr.

Doch so schnell gab Rosenbusch nicht auf. In den Unterlagen seines Vaters fand er die Telefonnummer eines ehemaligen Kundendienstmechanikers. Dieser kannte wieder andere, und schließlich bekam Günther Rosenbusch Kontakt zu einer Fangruppe solch alter Herforder Motoren. Die Herforder Moto-renfans besorgten dann alte Zeichnungen der Ersatzteile. Und schließlich konnten die dringend benötigten defekten Teile ersetzt werden.

Jetzt wollen die Technikbegeisterten nach Wartenfels kommen, um den Motor auch einmal live zu erleben.