Menschen, Tiere und Pflanzen haben sich über Jahrtausende hinweg darauf eingestellt, dass die Tage hell und die Nächte dunkel sind. Aber Straßenlampen, Spotlights, Reklametafeln und Beleuchtungen von Firmengelände verdrängen die Dunkelheit so stark, dass nicht nur das Sternegucken schwierig wird. Unsere nächtliche Welt ist viel zu hell, mit vielen Folgen, teilt Franz Zang, Vorsitzender der Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen, in einer Pressemeldung mit.

Dass diese Lichterflut den Biorhythmus durcheinanderbringen kann, sei schon lange bekannt. Für nachtaktive Insekten ist eine solche Dauerbeleuchtung oft tödlich. Ganz besonders trifft es Nachtfalter wie den Nachtschwalbenschwanz. Er ist einer von den mehr als 1200 Faltern, die nachts in unserem Landkreis unterwegs sind. Die Zahl der Nachtfalter nimmt seit Jahren stark ab.

Viele Gemeinden stellen um

Gott sei Dank stellen gerade viele Gemeinden im Biosphärenreservat Rhön ihre Beleuchtung um, so Zang. Sie ändern zum Beispiel die Lichtfarbe, denn kaltes, blaues oder ultraviolettes Licht zieht Insekten mehr an als warmweißes Licht. Sie reduzieren die Lichtstärke, und sie verändern die Strahlrichtung der Lampen. Straßenlaternen und die Beleuchtung von Bauwerken im öffentlichen Raum müssen ab 23 Uhr abgeschaltet werden. Das vermeidet viele der für Insekten fatalen Folgen.

Umso verwunderlicher ist es, dass auf einer mehr als sechs Hektar großen Fläche bei Oerlenbach - die Fläche von fast zehn Fußballfeldern - Amazon ein Verteilzentrum bauen konnte, das die ganze Nacht hell erleuchtet ist, heißt es in der BN-Pressemitteilung weiter. Hinzu kommt, dass, obwohl der Amazon-Chef angekündigt habe, CO 2 - neutral zu werden, keine einzige Photovoltaik-Paneele auf dem riesigen Dach montiert ist. Sowohl dieser fehlende Klimaschutz als auch die gegenüber den Folgen für Insekten ignorante Beleuchtung seien in Zeiten des Klimawandels und Insektensterbens aus der Zeit gefallen, teilt der BN-Kreisvorsitzende Zang weiter mit. red