Gleich drei erfreuliche Tagesordnungspunkte konnte Bürgermeister Alwin Gebhardt (DWV) während der Gemeinderatssitzung im Sportheim in Unterleinleiter abarbeiten: Zum einen stellte sich die neue Rektorin der Grundschule Unterleinleiter, Antje Ullmann, vor, zum anderen bestellte Gebhardt die Gemeinderätin Alexandra Ott (FWG) zur Jugendbeauftragten und des Weiteren Ingeborg Krämer zur Seniorenbeauftragten für die bevorstehende Legislaturperiode.

Alle drei Frauen erhielten einen Blumenstrauß und Ott und Krämer zusätzlich eine Ernennungsurkunde.

Die neue Rektorin Antje Ullmann lebt mit ihrer Familie in Forchheim am Kellerberg, ist 52 Jahre alt und mit Leib und Seele Grundschullehrerin. Neben ihre Tätigkeit als Schulleiterin ist sie auch Klassenlehrerin der Kombiklasse der ersten und zweiten Jahrgangsstufe. Wie Gebhardt sagte, sei die Grundschule Unterleinleiter mit aktuell zwei Kombiklassen und insgesamt 37 Schülern bis zur vierten Jahrgangsstufe eine "kleine, aber feine Schule."

Ullmann hatte sich für die Stelle als Schulleiterin in Unterleinleiter beworben, weil sie es genieße, dass es in einem Dorf familiär zugehe und sie eben nicht nur Verwaltungstätigkeiten erledigen müsse, sondern auch unterrichten könne. "Ich will eine offene Schule, in der jedes Kind mit seinen Stärken und Schwächen angenommen wird", sagte Ullmann. Schule dürfe nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermitteln. Ullmann wünscht sich eine "Wohlfühlschule", in der Eltern herzlich willkommen seien, Schule mitzugestalten. In Corona-Zeiten sei Letzteres jedoch etwas schwierig.

Für die Zeit nach Corona will sich Ullmann mit ihrer Lehrerkollegin und den Schülern bei Aktionen oder Dorffesten im Ort einbringen. "Denn ich sehe mich als Teil der Gemeinde", erklärte die Rektorin, die einst in Bamberg Lehramt studierte. Berufliche Stationen der gebürtigen Erlangerin waren danach die Konrektorenstelle der Grundschule in Höchstadt an der Aisch, eine Landschule im Allgäu, eine Brennpunktschule in Nürnberg, die Grund- und Hauptschule in Adelsdorf und die Stelle als Konrektorin in Erlangen-Bruck.

Pacht für Gemeindegrundstücke

Eine Diskussion gab es über die von der Verwaltung beabsichtigte Einführung einer Mindestpacht und die Anhebung des Pachtzinses für die Nutzung von gemeindlichen Grundstücken. Gelten sollte die Neuregelung jedoch nicht für bereits bestehende Pachtverträge, sondern für Neuverpachtungen. Analog der Pachtverträge in Ebermannstadt sollte die Berechnungsgrundlage geändert werden.

Aktuell gibt es in der Gemeinde Pachtverträge, die nicht einmal den jährlichen Verwaltungsaufwand von acht Euro decken. Legt man einen Bodenrichtwert von 70 Euro pro Quadratmeter Wohnbaufläche zugrunde, würde der Pachtzins für zehn Quadratmeter Pachtgrund pro Jahr bei 9,30 Euro liegen. Nach der Mindestpachtregelung von Ebermannstadt wären aber dafür 20 Euro fällig.

Alexander Löw (NWG) riet von der Neuregelung ab. Denn der Verwaltungsaufwand sei ziemlich groß. Uwe Knoll (FWG) wollte eine differenziertere Regelung. Denn die Pacht von Gewerbeflächen müsse teurer sein als beispielsweise von einer Grünfläche. Löw betonte, dass die Pächter die Gemeindeflächen ja auch pflegen. Ewald Rascher (FWG) plädierte dafür, auch für alte Pachtverträge eine Mindestpachtgebühr von 20 Euro einzuführen, damit sich wenigstens der Verwaltungsaufwand trägt. "Wo sollen wir da anfangen, wo aufhören?", wunderte sich Reinhold Geck (NWG). Da sich die Räte nicht einig wurden, vertagten sie die Entscheidung schließlich einstimmig.

Weitere Beschlüsse waren ebenfalls einstimmig. So erhält die SpVgg Dürrbrunn/Unterleinleiter für die bereits erfolgte Sanierung des B-Platzes im nächsten Jahr 1000 Euro Zuschuss zu den Kosten in Höhe von 2600 Euro.

1000 Euro gibt es auch für eine Holzgarage in Eigenbauweise für die Feuerwehr Dürrbrunn zur Unterstellung ihres historischen Feuerwehrgeräts.

Für den Bauhofmitarbeiter Andre Sendelbeck übernimmt die Gemeinde die Kosten zur Erlangung des Lkw-Führerscheins, damit er künftig das Unterleinleiterer Feuerwehrauto fahren kann.

Breitbandausbau

Zugestimmt wurde auch der Beauftragung der Firma Corwerse, die die Vorplanung für den weiteren Breitbandausbau im Gemeindegebiet machen soll. Dazu gibt es eine einmalige Förderung vom Freistaat in Höhe von 5000 Euro. Der Auftragswert für die Vorplanung liegt zwar maximal bei 12 000 Euro. "Dies ist eine dringende Maßnahme, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen", sagte Gebhardt.

Sehr am Herzen liegt Gebhardt ein barrierefreier Aufgang zum Rathaus, der in Eigenleistung durch die Bauhofmitarbeiter erstellt werden soll. Dafür soll nun eine Planung erstellt werden.