von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Kulmbach — Bier und Blasmusik gehört zusammen. Doch der vormittägliche Klanggenuss, zu dem das Blechbläserensemble Rekkenze Brass gestern in Zusammenarbeit mit der internationalen Begegnungsstätte Haus Martaeu, Lichtenberg, in den Mönchshof-Biergarten einlud, war nicht nur gute Unterhaltung, sondern ein Kunstgenuss erster Güte.
Rekkenze Brass, bestehend aus Peter Knudsvig, Benjamin Sebald (beide Trompete), Debra Luttrell (Horn) sowie René Jampen (Posaune) und Rainer Streit aus Ludwigschorgast (Tuba), hatte ein Heimspiel und machte auch den Anfang. Mit der zünftigen Franken-Polka bereitete Rekkenze Brass den Weg für Soloauftritte des britischen Starposaunisten Adam Woolf. Als Solist, begleitet von Rekkenze Brass, präsentierte er mit "Intrada", "The Queens Alman" und "Christ is born" drei Werke aus dem Barock. Mit samtweichem Ton und einem weichen Zug begeisterte Woolf die Kulmbacher. Außerdem gab er Georg Friedrich Händels "Eternal Source of Light Divine" zum Besten.
Doch es gibt noch etwas Besseres als eine Solo-Posaune: drei Solo-Posaunen, dachte sich Rekkenze Brass. Bei dem Arrangement "Trombone Toppers" von Peter Knudsvig spielte Adam Woolf gemeinsam mit Paul Henzel und Gina Benalcazar die Soloparts. Herrliche Melodien wie "String of pearls", "Don't get away", "The story of love" oder "Stompin' at the Savoy" erklangen - jazzige Melodien, die richtig gute Laune machten.
Peter Knudsvig war es auch, der seine Beziehungen spielen ließ und das fünfköpfige Ensemble der University of North Florida eingeladen hatte. Trevor Lundquist, Dorothy Lalas, Gina Benalcazar, Diane Reyes und Michael Nunez überzeugten mit dem legendären Washington Post March, aber auch "Intrada" von Isaac Posch und "O Musica" von Paul Peuerl sowie Johannes Brahms legendäres Wiegenlied "Guten Abend, gut' Nacht" erklangen in einzigartiger Weise. Knudsvig hatte die Werke mit viel Fingerspitzengefühl arrangiert.
Sehr überzeugend präsentierte sich das ambitionierte NoName-Brass-Ensemble, bestehend aus Laien und Profis, die für Niveau und Anspruch stehen. Die Musiker hatten für den Auftritt "Rodrigo Diaz de Vivar", eine spanische Fantasy-Melodie, einstudiert. Sie spielten "Light of a clear blue morning" - gemeinsam mit Adam Woolf. Außerdem hauchte das Ensemble Andrew Lloyd Webbers legendärem "Phantom of the opera" und "Let's all take it easy" Leben ein.
In der fulminanten Brass-Formation Big Brass trafen sich dann 35 Könner. Sie hatten für ihren Auftritt in Kulmbach Richard Wagners legendären "Einzug zum Dom" einstudiert, Frederic Mompus' "Cancion Dance" und Ray Hendersons "Bya bye Blackbird". Drei Werke, die ihresgleichen suchten.