Bis heute ein gefragtes Wallfahrtsziel

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Als Ausflugsziel hatten sich die Mitglieder des Heimatvereins Herzogenaurach diesmal das Kirchlein in Veitsbronn ausgesucht. Unser Bild zeigt die Besuchergruppe.
Als Ausflugsziel hatten sich die Mitglieder des Heimatvereins Herzogenaurach diesmal das Kirchlein in Veitsbronn ausgesucht. Unser Bild zeigt die Besuchergruppe.
Gotische und barocke Elemente prägen heute das Innere der Kirche, deren Erstnennung aus der Zeit um 1350 datiert ist. Fotos: privat
Gotische und barocke Elemente prägen heute das Innere der Kirche, deren Erstnennung aus der Zeit um 1350 datiert ist. Fotos: privat
 

Fahrradtouren zu Kirchen in der Region gehören seit einigen Jahren zum Kulturprogramm des Heimatvereins Herzogenaurach. Diesmal galt die Exkursion dem Besuc...

Fahrradtouren zu Kirchen in der Region gehören seit einigen Jahren zum Kulturprogramm des Heimatvereins Herzogenaurach. Diesmal galt die Exkursion dem Besuch der früheren Herzogenauracher Tochterpfarrkirche St. Veit, die dem an ihrem Fuß entstandenen Ort samt einer Quelle den Namen gegeben hat: Veitsbronn.
Das Kirchlein mit seinen gotischen und barocken Kunstwerken wurde bereits um 1350 als Filiale der Herzogenauracher Pfarrkirche erwähnt und zur Wehrkirche ausgebaut. Neuer Patronatsherr wurde damals der Nürnberger Patrizier und Stifter des Heilig-Geist-Spitals in Nürnberg, Konrad Groß. Er bestellte künftig auch den Priester. Trotzdem blieb die kleine Kirche auch weiterhin Ziel von Herzogenauracher Wallfahrten.
Selbst als im Zeitalter der Reformation das südlich der Aurach gelegene Land die neue lutherische Lehre angenommen hatte, pilgerten Herzogenauracher Katholiken zu "ihrer" einstigen Filialkirche. 1#googleAds#100x100
Glücklicherweise überstand das Gotteshaus jeden Bildersturm, und so ist das Kirchlein heute noch mit zahlreichen Kunstwerken reich bestückt. Hierzu gehört die kleine Statue des Kirchenpatrons aus dem späten 15. Jahrhundert. Insgesamt viermal ist er in der Kirche abgebildet: "ein kleines hölzernes mit einem hemadla(Hemdchen) angetanes Männchen, St. Veit genannt", so heißt es um 1797 in einer Chronik. Seine Attribute sind von jeher ein Buch (Symbol für die Bibel) und ein Hahn als Zeichen der Wachsamkeit.


Das Kind wirkte Wunder

Veit, aus Sizilien stammend, soll schon als christliches Kind Wunder gewirkt haben. Später wurden seine Gebeine über Frankreich ins norddeutsche Kloster Corvey gebracht, wo sogar Bambergs Bistumsheiliger Kaiser Heinrich II. an einer Gedenkfeier zu Ehren des Heiligen teilnahm. Kaiser Karl IV. ließ um 1350 Reliquien von St. Veit nach Prag bringen und im dortigen St. Veits-Dom aufbewahren.
Zahlreiche weitere Kunstobjekte wie der Katharinenaltar, der Barbaraaltar oder dar barocke Hauptaltar aus dem 18. Jahrhundert machen die Veitskirche in Veitsbronn zu einem künstlerischen Kleinod mitten im evangelischen Mittelfranken, das auch den Herzogenauracher Besuchern bei ihrem Rundgang Bewunderung abverlangte und das jeder Kunstfreund gesehen haben sollte.
Nicht umsonst ist das kleine Gotteshaus jährlich an Christi Himmelfahrt noch immer Ziel einer Wallfahrt von Herzogenauracher Christen in ihre einstige Tochterkirche jenseits der Aurach. red