Steinwiesen — Der DLRG- Stützpunkt ist seit 40 Jahren ein fester Bestandteil der Sicherung im Schwimmbad, bei Veranstaltungen im und am Wasser und bei Sanitätsdiensten in und um Steinwiesen. Aber nicht die 40 Jahre standen am Samstag im Mittelpunkt, sondern das neue Wasserrettungsfahrzeug und das aufblasbare Rettungsboot IRB. Die Pfarrer Richard F. Reis und Hans-Peter Göll stellten die neue Ausrüstung unter den Segen Gottes. Die beiden Geistlichen wünschten immer ein gutes Gelingen bei Einsätzen und Übungen.
Technischer Leiter Stephan Wrobel meinte, man sei sehr stolz darauf, dass man nach fünf Jahren intensiver Arbeit ein Boot und ein Wasserrettungsfahrzeug anschaffen konnte. "Wir haben vor fünf Jahren den Stützpunkt übernommen und wieder in aktive Bahnen geleitet, einen kleinen Stamm an Jugendlichen dazugewonnen und sind sicher, dass wir nun noch mehr erreichen können."


Höhen und Tiefen

Der ehemalige Kreisvorsitzende Richard Bär erinnerte an die Geschichte der DLRG in Steinwiesen, die 1975 von Wilhelm Beck, Jürgen Kuhnlein und Ludwig Rattinger gegründet worden sei. Nach Höhen und Tiefen gehe es seit einigen Jahren wieder aufwärts. "Es ist wichtig, dass wir gut ausgebildete Stützpunkte haben, denn die Zahl der Unfälle im Wasser steigt, bereits 77 Ertrinkungsopfer gab es 2015 allein in Bayern", sagte Bär.
Bürgermeister Gerhard Wunder lobte die Arbeit der DLRG. "40 Jahre Dienst für die Gemeinschaft und den Nächsten ist nicht selbstverständlich", bekräftigte er. Die Wasserretter seien seit dem Bau des Schwimmbades präsent gewesen. "Wenn Menschen sich für andere Menschen einsetzten, dann unterstützen wir das auch. Wir brauchen aktive Menschen, die bereits sind, mehr zu tun als sie müssen", erklärte Wunder und übergab ein Geldgeschenk.
Auch die ortsansässigen Vereine gratulierten zum Jubiläum, ebenso die DLRG-Stützpunkte aus Küps, Teuschnitz, Tettau und Hof sowie die Sparkasse Kulmbach-Kronach und die Raiffeisenbank Kronach-Ludwigsstadt. Armin Bandorf von der Wasserwacht Wallenfels wünschte Gesundheit und vor allem Glück, denn "die Leute auf der Titanic waren zwar relativ gesund, aber Glück hatten sie keines".


Drei Gründungsmitglieder geehrt

Von den Gründungsmitgliedern konnten beim Festabend noch drei geehrt werden. Michael Rüger, Uli und Manuela Bienlein halten seit Beginn "ihrer" DLRG die Treue. Ebenfalls für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Michaela Mattes, Helmut Deuerling und Susanne Simon ausgezeichnet.
Die bronzene Verdienstauszeichnung des Landesverbandes Bayern erhielten Angela, Stephan und Achim Wrobel. Besonders herausgehoben wurden noch die Leistungen von Richard Bär, Michael Neidhardt und Jürgen Mattes.
Die Segnung der Fahrzeuge und der Festakt wurden vom Musikverein Steinwiesen unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Schrepfer umrahmt.
"Die Unglaublichen Spezialisten" begeisterten anschließend beim Unterhaltungsabend die Besucher mit ihrer musikalischen Mischung aus Rock, Pop, Schlagern, Oldies und Liedern in fränkischer Mundart. Bereits am Freitagabend hatte ein Event vor allem für die jüngere Generation stattgefunden. Die "Beach Party mit Djonny" zog Gäste aus nah und fern an.
Das neue Wasserrettungsfahrzeug, ein VW T5 Van, wird noch um einen Hänger ergänzt und wie das Boot in der Großgarage auf dem Freibadgelände untergebracht. Der Einsatzbereich ist der gesamte Landkreis und "überall dort, wo wir sonst noch gebraucht werden", so Stephan Wrobel.


Finanzierung nicht einfach

So sehr sich die Mitglieder der DLRG in Steinwiesen auch über ihre neue Ausrüstung freuen, so schwer ist die Finanzierung der Neuanschaffungen. Für den Stützpunkt fallen Eigenmittel in Höhe von 20 000 Euro an. "Wir haben durch unsere Rücklagen bereits einen Teil finanzieren können, aber 10 000 Euro sind noch offen", sagt Stützpunktleiterin Angela Wrobel. Sie hoffe auf Spenden und einen guten Erlös aus dem Jubiläumsfest. 78 Mitglieder zählt der Stützpunkt momentan. Davon sind etwa 20 Männer und Frauen aktiv. Hinzu kommen 15 aktive Jugendliche. "Wir haben einen guten aktiven Stamm, auch die Jungen ziehen mit. Das ist eine gute Voraussetzung für die Zukunft", erklärt Stephan Wrobel.
Steinwiesen stellt auch Einsatztaucher, Bootsführer, Rettungsschwimmer, Strömungsretter und Sanitäter für den Kreisverband. Die Stützpunktleiter mit Angela Wrobel, Stephan Wrobel, Achim Wrobel und Max Hollendonner verfolgen eine zielgerichtete Ausbildung. Louisa Kolb leistet als Jugendleiterin und zurzeit auch als "Bufdi" in diesem Bereich sehr gute Arbeit. Außerdem strebt sie eine Ausbildung zum Erste-Hilfe-Ausbilder an. sd