Die Basketballer von Brose Bamberg wehrten sich in der Hauptstadt zwar nach Kräften, kamen aber um die erwartete Niederlage beim Meister nicht herum. Am Sonntagabend verlor die Mannschaft von Trainer Johann Roijakkers mit 70:82 (31:41) bei Alba Berlin und verharrt in der Bundesliga mit zwei Siegen und drei Niederlagen weiterhin auf dem zehnten Tabellenplatz. "Ein so starker Gegner wie Berlin bestraft jeden kleinen Fehler sofort. Das ist uns heute sehr oft passiert", bilanzierte der Bamberger Aufbauspieler Bennet Hundt. Der 22-Jährige spielte mit dieser Aussage wohl auf die 19 Ballverluste an, die seiner Mannschaft letztendlich das Genick brachen.

Bundesliga, Männer

Alba Berlin -

Brose Bamberg 82:70

(22:20, 19:11, 17:24, 24:15) Die Berliner hatten sich in der Offensive zu Beginn vorgenommen, Hundt zu attackieren, was ihnen auch gelang. Immer wieder schafften sie es mit Blöcken, einen größeren Spieler gegen den 1,78 Meter kleinen Bamberger Aufbauspieler in eine aussichtsreiche Wurfposition zu bringen. Nach einem Zehn-Punkte-Rückstand (6:16) nach fünf Minuten sah sich Brose-Coach Roijakkers zu einer Auszeit gezwungen, die Früchte trug. Seine Mannschaft kam nun besser ins Spiel, punktete konstant unter dem Korb oder aus der Halbdistanz und verkürzte den Rückstand bis zum Viertelende auf zwei Zähler.

Thiemann kaum zu stoppen

Mit einer Zonenverteidigung brachten die Gastgeber zu Beginn des zweiten Abschnitts aus dem Rhythmus. Mit dieser Abwehrvariante zwangen sie die Bamberger zu Dreipunktewürfen, die aber nicht fielen. Unter dem eigenen Korb verstärkten sich bei den Gästen die Probleme beim Rebound. Insbesondere Johannes Thiemann bekamen die Oberfranken nicht in den Griff. Der Center erzielte sechs Punkte in Folge und schnappte sich zwei Offensivrebounds, wodurch die Albatrosse wieder davonzogen.

Schlechte Dreierquote

Bis zur Pause hatte der starke Thiemann schon 14 Punkte und sieben Rebounds zu Buche stehen, während auf dem Statistikbogen für die Bamberger eine schwache Dreierquote von 17 Prozent (zwei Treffer bei zwölf Versuchen) sowie neun Ballverluste notiert waren - zwei weitere Gründe, warum der Gast zur Halbzeit mit zehn Punkten hinten lag (31:41). Korbgefahr war bei den Oberfranken bis dahin nur von Center David Kravish (12) ausgegangen.

Fieler und Vitali trafen zu Beginn des dritten Viertels zwei Dreier, und auch der Ex-Berliner Kenneth Ogbe sowie Devon Hall traten nun offensiv in Erscheinung. Mit einem 12:0-Lauf kamen die nun auch defensiv stark verbesserten Bamberger auf 54:52 heran.

Sie witterten nun Morgenluft und glichen in der 33. Minute durch Ogbe aus (62:62). Eine Auszeit von Roijakkers zu diesem Zeitpunkt hatte aber fatale Folgen. Die Berliner konnten sich neu justieren und waren auf einmal hellwach, die Gäste gingen dagegen plötzlich wieder schlampig mit dem Ball um. Von diesem Punch des Euroleague-Teilnehmers erholten sich die Bamberger, die am Mittwoch (20.30 Uhr) s.Oliver Würzburg zu einem Nachholspiel empfangen, nicht mehr.

"In der zweiten Hälfte waren wir aggressiver. Nach dem Ausgleich hatten wir die Chance zur Führung. Wenn der Ball reingeht, kippt das Spiel vielleicht. Aber in den letzten Minuten hat Alba seine Klasse und seine höhere Qualität in Person von Spielern wie Siva oder Sikma gezeigt", meinte Roijakkers.