Die Neuschleichacher sprachen die Verkehrssicherheit und weitere Themen an. Sie wünschen sich ein Tempolimit am Ortseingang. Die Dorferneuerung läuft und das neue Baugebiet ist in absehbarer Zeit verfügbar.
In Neuschleichach begann Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) den Reigen der Bürgerversammlungen in Oberaurach. Hier liegen zwei Investitionsschwerpunkte der Gemeinde mit dem Dorferneuerungsprojekt "Bachstraße II" und der möglichst baldigen Erschließung des Baugebietes "Zum Trieb".
Zunächst erläuterte der Bürgermeister die Rahmendaten der Gemeinde Oberaurach, deren Einwohnerzahl im vergangenen Jahr erstmals knapp unter die 4000er-Grenze rutschte. Ganz aktuell hatte Oberaurach am Montag wieder 4008 Einwohner. Im vergangenen Jahr wurden 30 Oberauracher geboren, 42 Einwohner starben. In Neuschleichach, mit 277 Einwohnern der zweitkleinste Gemeindeteil, kamen vier Kinder auf die Welt, ein Einwohner verstarb.
Geld in der Kasse
Auch auf die Finanzentwicklung ging der Erste Bürgermeister ein.
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Erfreulich sei die Entwicklung der Einkommensteuerbeteiligung, die mittlerweile auf 1,6 Millionen Euro angestiegen ist; allerdings geht er bei der Gewerbesteuer von einer weiter anhaltenden Abwärtstendenz aus. Die Gewerbesteuer lag über viele Jahre immer um eine halbe Million Euro, stieg dann in den vergangenen Jahren an bis auf über eine Million Euro und geht jetzt wieder der halben Million entgegen. Viel wertvoller für die Gemeinde sei allerdings die Einkommensteuer, sagte Sechser, denn ihre Höhe zeige auch die extrem niedrige Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung.
Hilfe vom Staat
Nach wie vor ist Oberaurach auf hohe Schlüsselzuweisungen vom Freistaat angewiesen, weil die eigenen Steuereinnahmen niedrig sind.
Fast in gleicher Höhe sei Oberaurach aber auch an der Finanzierung des Kreises beteiligt (Kreisumlage). Der allerdings habe wichtige Aufgaben zu erfüllen, erklärte der Bürgermeister, beispielsweise bei den vielen laufenden Schulsanierungen, aber auch die Kreisstraßen, von deren Erneuerung Oberaurach profitiere.
Die Schulden sinken
Sehr positiv entwickelt habe sich der Schuldenstand, der sich 2003 noch auf 3,94 Millionen oder 898,55 Euro pro Kopf belief und der Ende 2015 auf 766 746 Euro gesenkt werden konnte. Das sind noch 175,07 Euro pro Kopf. "Wir können uns deshalb mittlerweile ein bisschen mehr an Wünschenswertem leisten, können aber trotzdem nicht zu viele Projekte gleichzeitig anpacken", sagte der Bürgermeister.
Direkt vor dem Baubeginn steht in Neuschleichach die Dorferneuerungsmaßnahme im zweiten Teil der Bachstraße.
Hier werden Kanal und Wasserleitung erneuert, dann die Straße neu gebaut und Randflächen gestaltet, was insgesamt über eine Million Euro kosten wird. Der Freistaat beteiligt sich, aber von den Straßenkosten müssen rund 140 000 Euro auf die Anlieger umgelegt werden, was mit ihnen bereits besprochen wurde.
Der Gemeinderat wollte auch die Hang-Entwässerung verbessern und hätte dafür erhebliche Mehrkosten akzeptiert. Dieses Vorhaben sei jetzt jedoch gescheitert, weil nicht alle Grundstückseigentümer Flächen für diese Wasserableitung abtreten wollten, erklärte Sechser.
Weiterhin fest im Auge habe der Gemeinderat den Bau eines Geh- und Radweges von Unterschleichach nach Tretzendorf auf der Trasse der Abwasser-Druckleitung. Die Kläranlage Unterschleichach müsste technisch erneuert werden.
Allerdings sind Großeinleiter in Oberaurach weggefallen, sodass die Kläranlage Kirchaich für die gesamte Gemeinde ausreichend wäre. Angesichts geringerer Folgekosten entschied sich der Gemeinderat daher dafür, die Anlage Unterschleichach aufzulassen und die drei Schleichach-Orte mit einem neuen Kanal nach Tretzendorf anzubinden. Auf dieser Kanaltrasse soll der seit fast 30 Jahren gewünschte Radweg entlang der Staatsstraße entstehen. Allerdings habe man nochmals eine Verträglichkeitsprüfung wegen des Naturschutzes in Auftrag geben müssen, betonte Sechser. Erst wenn diese vorliegt, könne der Antrag bei der Regierung von Unterfranken gestellt werden. Das Staatliche Bauamt unterstütze das Vorhaben intensiv, dankte der Bürgermeister.
Der Bau der Kanalleitung werde Bürgerbeiträge bedeuten, ebenso wie es bei einer Kläranlagensanierung der Fall gewesen wäre.
Dringend wird in Neuschleichach die Erschließung des neuen Baugebiets "Am Trieb" erwartet. 17 Bauplätze sollen hier entstehen; für fünf sind schon Interessenten bei der Gemeinde vorgemerkt. Es gehe noch um letzte Details, so der Bürgermeister, dann könnte das Baugebiet Neuschleichach das erste von drei geplanten sein, das in die Umsetzung geht.
Weitere Projekte
Die energetische Sanierung des Armin-Knab-Hauses und den Friedhof habe man im Blick, versprach Bürgermeister Sechser. Er bat um Verständnis, dass nicht alles gleichzeitig geht.
Verkehr und Wendekreis waren zwei wichtige Themen in Neuschleichach.
Der Wendekreis liegt am Ende des Ortes und ist für die großen Lastwagen, die den Holzbetrieb am Ortseingang beliefern, zu eng, wie angemerkt wurde. Diese Lkw könnten eigentlich auf dem Betriebsgelände wenden, doch viele entladen auf der Straße, was zudem eine zusätzliche Gefahrenlage erzeugt. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei das Mindeste, forderten einige Bürger. Außerdem sollen Schilder auf den Wendekreis hinweisen, damit die Laster nicht versuchen, in den Siedlungsstraßen zu wenden.
Für mehr Sicherheit
Einige Vorschläge zur besseren Verkehrssicherheit im Bereich des Buswartehäuschens hatte Ludwig Persch, dem der Bürgermeister für seinen unermüdlichen Einsatz als Schülerlotse dankte. Weitere Anliegen waren der Wunsch nach mehr Sitzbänken in der Flur und eine bessere Gestaltung der Aurach-Quelle, die allerdings im Staatswald liegt.
Enttäuscht zeigte sich Heinrich Schlichthorn, dass das Amt für Ländliche Entwicklung die Dorferneuerung jetzt abschließen will, obwohl noch viele Maßnahmen wünschenswert wären. Bürgermeister Thomas Sechser verwies auf das Budget, das nun ausgeschöpft sei. Das Amt sei gehalten, lange laufende Verfahren abzuschließen, damit auch neue Gemeinden in das Programm aufgenommen werden können. Kleinere Maßnahmen müssten nun eben gemeinsam mit den Bürgern umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür setzte Jürgen Karg, der sich anbot, gemeinsam mit Helfern den Zugang zur Kirche seniorengerecht umzugestalten. Die Gemeinde stellt ihm das nötige Material zur Verfügung. Auch ein Lob konnte Thomas Sechser mitnehmen: Der Bauhof habe den Kinderspielplatz sehr schön hergerichtet, dankte Jürgen Oppelt.
sw