Die Zeiten haben sich geändert. Wo einst bayerligaerfahrene Kicker aufliefen, spielen jetzt unerfahrene junge Talente. Wo man einst in der Bayernliga im obe...
Die Zeiten haben sich geändert. Wo einst bayerligaerfahrene Kicker aufliefen, spielen jetzt unerfahrene junge Talente. Wo man einst in der Bayernliga im oberen Drittel mithalten konnte, geht es seit geraumer Zeit gegen den Abstieg in die Landesliga. "Und das vor einer dürftigen Zuschauerkulisse", sagte der Vorsitzende des VfL, Ulrich Kossack, bei der Hauptversammlung - einer Veranstaltung, bei der nicht einmal 20 Mitglieder anwesend waren. Der schwache Besuch der Versammlung lag allerdings auch daran, dass die erste Mannschaft gerade ihr Auswärtsspiel in Eltersdorf absolvierte.
In seinem Bericht bedauerte der Vorsitzende, dass von den Sponsoren nur noch sehr wenige übriggeblieben sind. "Wo einst das Geld in den Vereinen floss, tröpfelt es nur noch", stellte Kossack fest. So sei durch den Tod des Gönners Franz Stegner das Sponsoring der Firma Stechert komplett weggefallen. Außerdem reduzierte die Firma Willi Schillig ihr Engagement für den Verein. "Wir sind dazu gezwungen, kleinere Brötchen zu backen", sagte Kossack. Denn trotz "geschickter Sparmaßnahmen" könne man die Einbrüche beim Sponsoring derzeit nicht kompensieren. Die Konsequenz war deshalb, die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden.
Trotz der schwierigen Lage blickt der Vorsitzende nach vorne: "Trotz erheblicher finanzieller Einbußen halten etliche Spieler dem Verein die Treue und sichern damit den Spielbetrieb der ersten Mannschaft." Trainer Oliver Müller habe großen Anteil, dass der Vereine eine gute Truppe beieinander habe - auch wenn die sportlichen Ziele schon 2015/2016 nicht erreicht werden. Mit der diesjährigen Platzierung der "Ersten" könne der Verein wieder nicht zufrieden sein. Ziel sei es gewesen, trotz schwieriger Umstände um Routinier Christian Beetz eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Doch leider fiel Beetz fast die ganze Saison aus und auch andere wichtige Leistungsträger konnten verletzungs-, berufs- oder studienbedingt nicht spielen. So befindet der VfL am Tabellenende. "Man muss sich langsam mit der Situation vertraut machen, in der nächsten Saison in der der Landesliga zu spielen", sagte der Vorsitzende.
Nach dem Ende der Jugendfördergemeinschaft "Coburger Osten" hat die Ebersdorfer "Sylvia" die Initiative ergriffen und mit Hilfe eines Sponsorenrings sowie des ehemaligen Profifußballers Jörg Dittwar die SG Ebersdorf geschaffen - dort spielen dann die Jugendlichen aus Großgarnstadt, Grub, Ebersdorf und Frohnlach.
Schon seit längerer Zeit besteht im Altherrenbereich eine Spielgemeinschaft zwischen Ebersdorf und dem VfL Allerdings sieht es in Frohnlach mit "jüngeren" Akteuren zwischen 30 und 40 Jahren recht dürftig aus. Deshalb müsse die Zukunft zeigen, wie lange noch ein Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann. Zum Schluss seines Berichts wünschte sich der Vorsitzende, dass VfL "weiter erfolgreich am Leben bleibt". Ein großes Lob gebühre allen Helfern, ohne deren Engagement im Hintergrund kein Spielbetrieb möglich wäre.
Den "Youngsters" sei Dank
Spielleiter Roland Melzig zeigte sich erfreut, dass einige "Youngster" in schwieriger Zeit dem VfL die Treue hielten und unter Oliver Müller auflaufen. Man sei diesen Spielern, die "den schwierigen Weg trotz finanzieller Einbußen mitgegangen sind" zu Dank verpflichtet.
Als Vertreter der Gemeinde lobte Reiner Brückner die Arbeit des VfL Frohnlach. Insbesondere bei der Jugendarbeit werde "trotz aller Schwierigkeiten Zusammenhalt gelebt". Noch heute sei der VfL Aushängeschild und Botschafter der Gemeinde zugleich.
mst