Ein ganzes Jahr lang finden in den bayerischen Naturparks Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz statt.

Zur Feier im Naturpark Steigerwald traf man sich im Grünen Klassenzimmer des Erlebnispfads Tretzendorfer Weiher in Oberaurach. Gerne hätte die Naturparkverwaltung einen großen Aktionstag organisiert, doch solche Aktivitäten sind wegen der Corona-Pandemie schwierig.

MdLs aus dem Steigerwald

Wenn ein Ministerium Geburtstag hat, dann gehören Repräsentanten des Freistaats natürlich zu den Ehrengästen und so waren alle Landtagsabgeordneten der Region Steigerwald eingeladen.

Im Rathaus in Tretzendorf hatten die Bürgermeister der Steigerwaldregion und die Vertreter des Naturparks die Gelegenheit, ihre Anliegen den Abgeordneten vorzutragen.

Bambergs Landrat Johann Kalb ist der Vorsitzende des Naturparks Steigerwald und berichtete in seiner Festrede von den Anfängen des Ministeriums:

Anfänge des Umweltministeriums

Als Bayern im Dezember 1970 beschloss, ein Umweltministerium zu gründen, da hätte die Bevölkerung teils noch wenig Verständnis für diesen Schritt gehabt. Doch den politisch Verantwortlichen sei bewusst gewesen, dass das massive Wirtschaftswachstum nicht ungezügelt laufen könne. So sei Bayern Vorreiter gewesen - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa "und ich glaube auch weltweit", erzählte Kalb. Wenn man etwas neu beginne, dann passierten auch Fehler, stellte Kalb fest, aber "Vorreiter zu sein, schadet nie".

1973 wurde das Bayerische Naturschutzgesetz verabschiedet und das erste Umweltprogramm (das automatische lufthygienische Überwachungssystem) auf den Weg gebracht. Da das Ministerium auch für Reaktorsicherheit zuständig war, folgte 1978 das Kernreaktor-Fernüberwachungssystem.

Als eigentlichen Meilenstein bezeichnete Johann Kalb die Verankerung des Naturschutzes als Staatsziel im Jahre 1984. Dabei gehe es um Artenvielfalt und Lebensräume, aber auch um die Erholungsqualität der Landschaft, ergänzte Kalb.

Ein Netzwerk für die Natur

Aus dem Ministerium seien Netzwerke entstanden, eines der ersten war das der 19 Naturparks. Kalb freute sich, dass die Naturparks mittlerweile ordentlich finanziert seien, so dass man sich auch eigenes Personal leisten könne. Derzeit ist Sandra Baritsch die Geschäftsführerin des Naturparks Steigerwald, dazu kommen drei Naturpark-Ranger.

Oberaurachs Bürgermeister Thomas Sechser stellte deder Versammlung den Naturerlebnispfad vor, auf dem die Feierstunde stattfand. Konzipiert vom UBIZ in Oberschleichach und der ILE-Managerin Ulla Schmidt habe man hier Familien und vor allem Kindern die Möglichkeit geben wollen, mit allen Sinnen die Lebensräume Wald, Wiese und Gewässer zu erfahren, so Bürgermeister Sechser.

Gericht muss entscheiden

Der Erlebnisweg ist mit einem Wald- und Flurweg verbunden, von dem die Gemeinde sich eine Nutzung als Radwegeverbindung in der Längsachse Oberaurachs erhofft hatte. Da der Radweg aber durch ein Naturschutzgebiet führt, war das bislang nicht in zufriedenstellender Art und Weise möglich. Im Oktober werde nun am Verwaltungsgericht entschieden, ob ein Radweg entlang der Staatsstraße verwirklicht werden könne, so Sechser.

Die Naturpark-Ranger stellten den Teilnehmern und einigen angemeldeten Familien den Erlebnispfad vor. Der rund zwei Kilometer lange Weg ist mit zahlreichen Stationen ausgestattet, die spielerisch Wissen über Flora und Fauna vermitteln sollen. Start des Weges ist zwischen Unterschleichach und Tretzendorf am Parkplatz "Dachsbau".