Da gibt es zwei Bürgermeisterkandidatinnen und einen Bürgermeisterkandidaten bei der nahenden Kommunalwahl - aber immer wieder gewinnt der Wanderclub? So war es beim n Baunacher Faschingsumzug. Zumindest auf dem Casinorad des Faschingswagens vom Wanderclub Baunach. 53 Gruppen, zahlreiche Wagen und lustige Ideen waren dabei - und freuten sich, dass es nach einem Jahr Pause wieder einmal hieß: Bunahu!

Nachdem der Ortskulturring Baunach, der den Faschingsumzug über viele Jahre organisiert hatte, sich im vergangenen Jahr nicht mehr in der Lage sah, allein verantwortlich zu sein, wurde ein neues Konzept erarbeitet. Die Ortsvereine sind nun mehr eingebunden, eine Aftershow-Party am Marktplatz unterhielt die Besucher auch nach dem Umzug. Der Höhepunkt war aber natürlich der Gaudiwurm, der am Sonntag pünktlich um 14 Uhr startete und schon wenige Minuten später den Marktplatz erreichte.

Marktplatz immer ein Thema

Angeführt wurde der 52. Baunacher Faschingsumzug vom Wagen der Baunacher Werbegemeinschaft (BWG), die gleich das erste lokalpolitische Ausrufezeichen setzte. Denn die Geschäftsleute sind skeptisch bezüglich einer möglichen Neugestaltung des Marktplatzes, die Parkplätze kosten und eine Parkraumüberwachung nach sich ziehen könnte. Daher hatten sich die BWGler als Polizisten verkleidet. Umrahmt von den Garden des Baunacher Faschingsclubs Narretei thronte das Prinzenpaar, Anja II. und Johannes I., auf dem Faschingswagen des Stammtisches "No Problem". Und wenige Gruppen dahinter kam erneut das Thema "Parken auf dem Marktplatz" auf. Stackelberg Elektronik fragte, ob die Autos nicht vielleicht aufeinanderpassen würden ...

Eigentliches "Highlight" war aber ein Vorschlag zur Neugestaltung des Brunnens am Marktplatz mit einer Wasserfontäne, die sich regelmäßig auf die zahlreichen Besucher ergoss.

Die Baunacher Feuerwehr hatte die Idee, am 31. (!) Februar doch mal eine Sonderausgabe von "Wetten Dass ...?" ins Bürgerhaus zu holen, die Fußgruppe vom Kinderhaus St. Magdalena plädierte für Zusammenhalt - auch mit Superkräften sei man nur gemeinsam stark, der CSU-Ortsverband hatte sich als "Hohe Damen, hohe Herren" schick herausgeputzt. Musikalisch begleitet wurde der Umzug vom Musikverein Stadtkapelle Baunach und vom Musikverein Priegendorf (Sendelbachtaler Musikanten).

Eine Jury, bestehend aus Moderator Michael Eichler sowie Tobias Roppelt und Melanie Czepluch, prämierte die drei besten Gruppen. Platz 3 sicherte sich der Tennisclub Baunach, Platz 2 der Wanderclub Baunach. Sieger wurde der Stammtisch Dynamite mit seiner Fußgruppe "Achterbahn". Apropos Wanderclub: Hier wurde ein Casinorad gedreht, die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt bei der anstehenden Kommunalwahl hatten aber keine Chance - der Zeiger rastete immer wieder auf dem Feld ein, das "Wanderclub Baunach" zeigte.

Auch die große Politik spielte beim Umzug aber eine Rolle. Gleich zwei Wagen hatten sich der aktuellen Klimadiskussion angenommen: Der Anglerverein Baunach machte aus Greta Thunberg schnell mal "Greta Kraiberg" und hatte eine Anregung für eine neue Steuer mit dabei: "Rauchen, Rülpsen und Pupsen wird jetzt teuer, denn jetzt kommt die Abgassteuer!" Und der 1. FC Baunach machte aus den Fridays for Future die "Fridays for Football": Kein Schulstreik fürs Klima, sondern zugunsten des Trainings war hier angesagt.

Neben den lokalen Akteuren waren auch viele Gruppen aus der Umgebung mit dabei, zum Beispiel aus Zapfendorf, Ebing, Medlitz und Döringstadt. Aus Maroldsweisach war die Concordia mit ihren Garden und dem Prinzenpaar Christian I. und Anna I. angereist, auch der RCG Rentweinsdorf war mit Garden, Prinzenpaar (Simon I. und Lene I.) und dem Männerballett präsent.