Im Bau- und Umweltausschuss gab Bürgermeister Heinrich Süß bekannt, dass der Antrag auf Neubau eines Rinder- und Bullenstands in Kairlindach zurückgezogen worden sei. Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, erfolgte die Rücknahme aufgrund der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans.
Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Süß, dass der Bauantrag deshalb seine Gültigkeit nicht verliere und mit Sicherheit zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf der Tagesordnung stehen würde.


Riesiger Stall

Eine kurze Diskussion gab es zum Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines gemeinsamen Milchvieh- und Kälberstalls mit Gülle- und Silolager am Ortsrand von Kairlindach. Dabei soll geklärt werden, ob das Vorhaben planungsrechtlich, erschließungsrechtlich und immissionsrechtliche genehmigungsfähig ist. Genutzt werden sollen die Anlagen von zwei Landwirten.


Eigene Wasserversorgung

Im Milchviehstall von rund 85 Metern Länge und 42 Meter Breite sollen 190 Kühe und 50 trächtige Kalbinnen untergebracht werden. Im Kälberstall mit 37 mal 17 Metern sollen 92 Kälber Platz finden. Dazu kommen noch zwei Güllebehälter mit einer Größe von je 1500 Kubikmetern sowie ein Fahrsilo mit zehn mal 60 Metern.
Die Wasserversorgung soll über einen neu gebohrten Brunnen sichergestellt werden und die Abwässer aus der Milch- und Stallreinigung werden in die Güllegrube geleitet. Denn der Markt Weisendorf wird das im Außenbereich liegende Grundstück weder an die Wasser- noch an die Abwasserversorgung anschließen.
Wie der Bürgermeister erklärte, ist das Grundstück im geltenden Flächennutzungsplan als Fläche für einen Aussiedlerhof vorgesehen. Günther Vogel (BWG/FW) äußerte seine Sorge zur Stalldichte und zum Immissionsschutz, insbesondere falls der zurückgezogene Bauantrag unweit des Vorhabens wieder auf der Tagesordnung stehe.
"Beim Immissionsschutz hat das Landratsamt ein gewichtiges Wort mitzureden, das ist nicht unsere Aufgabe, außerdem geht es um einen Vorbescheid und nicht um eine Baugenehmigung", erklärte der Bürgermeister.


Bedenken

"Bei diesem Antrag bekomme ich wegen der Größe und des Grundwassers Bauchschmerzen, bei dieser Anzahl von Tieren muss das Futter aus einem größeren Umkreis herangefahren werden", kündete Norbert Maier (Grüne) seine Ablehnung an. Der Einwand Maiers brachte Karl-Heinz Hertlein (CSU) auf die Palme: Milch und Butter kommen aus dem Supermarkt - und wenn ein Landwirt im Dorf erweitert, gibt es Probleme; baut er außerhalb, passt es auch wieder nicht", antwortete Hertlein ungehalten. Falls ein Betrieb einigermaßen rentabel arbeiten wolle, brauche er eine gewisse Größe. "Es gibt Vorschriften und Auflagen, die beachtet werden müssen, und das muss nicht unsere Sorge sein", erklärte Hertlein abschließend. Gegen die Stimme von Norbert Maier wurde das Einvernehmen mit dem Hinweis erteilt, dass eine Erschließung durch den Markt Weisendorf ausgeschlossen wird.
Auf Gefallen und Zustimmung fiel der Antrag von Jens Vogler und Karin Raab auf Sanierung des Hirtenhauses in Rezelsdorf. "Wir müssen froh sein, dass es Leute gibt, die denkmalgeschützte Häuser sanieren", erklärte der Bürgermeister. Bereits im Januar erteilte der Bau- und Umweltausschuss sein Einvernehmen zur Erteilung der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis. Da die Wasserversorgung und auch die Entsorgung des Abwassers sichergestellt sind und zwei Stellplätze nachgewiesen werden, gab es zum Bauantrag Zustimmung.


Nachfrage

Wegen der Errichtung eines bereits genehmigten Reitplatzes im Ortsteil Sauerheim wurde der Markt Weisendorf als Träger öffentlicher Belange vom Landratsamt zur Stellungnahme wegen der Beseitigung eines Weihers aufgefordert. Laut Eigentümer des Grundstücks ändern sich die Abflussverhältnisse der Weiherkette nicht.