WhatsApp bekommt Benutzernamen – und ein Bezahl-Abo

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Ein junger Mann tippt eine WhatsApp Nachricht. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein junger Mann tippt eine WhatsApp Nachricht.  Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wer WhatsApp regelmäßig nutzt, kann aktuell zwei größere Neuerungen ausprobieren. Der Messenger führt nach und nach Benutzernamen ein und bietet nun auch ein kostenpflichtiges Abo für Privatnutzer an. Während die eine Änderung den Alltag vieler Menschen tatsächlich erleichtern kann, dürfte die andere für die meisten eher verzichtbar sein.

Bisher war es bei WhatsApp ganz einfach: Wer mit jemandem schreiben wollte, musste dessen Handynummer kennen. Das war praktisch, hatte aber auch Nachteile. Wer beispielsweise in einem Verein aktiv ist, etwas über Kleinanzeigen verkauft oder in einer größeren Gruppe neue Kontakte knüpft, musste bislang immer seine private Telefonnummer weitergeben. Genau das soll sich nun mit den Benutzernamen ändern. Ähnlich wie es von anderen Messengern oder sozialen Netzwerken bereits bekannt ist, kann künftig jeder einen eigenen Namen wählen. Dieser darf ein so genannter Nickname (Spitzname) sein, muss also dem eigentlichen Namen nicht entsprechen. Andere Nutzerinnen und Nutzer können dann diesen Benutzernamen finden und anschreiben, ohne dass sie die Handynummer kennen müssen.

Die Telefonnummer bleibt selbstverständlich weiterhin im Konto hinterlegt. Sie wird jedoch nicht mehr automatisch jedem angezeigt, mit dem neu Kontakt aufgenommen wird. Das verbessert den Datenschutz deutlich und dürfte vor allem all jene freuen, die ihre private Nummer nicht ständig weitergeben möchten.

Noch steht die Funktion nicht zur Verfügung. WhatsApp ermöglicht es aber bereits, den gewünschten Benutzernamen zu reservieren. Das ist sinnvoll, wenn man einen bestimmten Namen unbedingt verwenden möchte.

Der Weg dorthin ist einfach. In WhatsApp wird entweder prominent über den Chats eine Meldung angezeigt oder der nötige Eintrag findet sich in den Einstellungen im Bereich Konto. Dort erscheint – sofern die Funktion bereits freigeschaltet wurde – der neue Punkt Benutzername. Anschließend kann ein gewünschter Name eingegeben werden.

Dabei gelten einige Regeln. Jeder Benutzername muss eindeutig sein und darf nicht bereits von einer anderen Person verwendet werden. Außerdem sind bestimmte Sonderzeichen oder Formulierungen nicht erlaubt. Ist ein Name verfügbar, lässt er sich reservieren und später auch ändern.

Wer die neue Funktion in seiner App noch nicht findet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Denn WhatsApp verteilt größere Neuerungen traditionell nur schrittweise. Es kann also einige Zeit dauern, bis sie auf allen Smartphones angekommen sind.

Abo für Privatnutzer

WhatsApp startet fast zeitgleich mit einer weiteren Neuerung: Der Messenger bietet ein kostenpflichtiges Abo namens WhatsApp Plus an. An der kostenlosen Nutzung ändert sich nichts. Nachrichten schreiben, telefonieren, Videotelefonate führen oder Fotos verschicken bleibt weiterhin gratis. Niemand muss ein Abo abschließen. Das Plus-Abo richtet sich eher an Menschen, die sich zusätzliche Komfortfunktionen wünschen. Aus meiner Sicht ist dabei eine Funktion besonders interessant. Während bislang nur drei Chats dauerhaft oben in der Übersicht angeheftet werden konnten, lassen sich mit WhatsApp Plus deutlich mehr Unterhaltungen anpinnen. Gerade wer Mitglied in mehreren Familien-, Vereins- oder Arbeitsgruppen ist, kann so die wichtigsten Chats dauerhaft im Blick behalten.

Nicht revolutionär

Enthalten sind zudem zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. So können unter anderem individuelle Klingeltöne für einzelne Chats festgelegt oder besondere Designs und Hintergründe gewählt werden. Solche Optionen sollen den Messenger persönlicher machen, ein Punkt, der gerade für Jugendliche oder junge Erwachsene interessant sein dürfte. Das alles ist nett – aber nicht revolutionär.

Wer WhatsApp täglich und nicht mehr nur für die private Kommunikation, sondern auch für das Engagement in Vereinen oder bei Online-Verkäufen nutzt, wird die Benutzernamen vermutlich schnell zu schätzen wissen, da die eigene Handynummer geheim bleiben kann.

Die gute Nachricht

Beim Plus-Abo fällt mein Urteil dagegen deutlich zurückhaltender aus. Ja, mehr angepinnte Chats können im Alltag praktisch sein. Auch individuelle Klingeltöne für Unterhaltungen sind eine angenehme Ergänzung. Doch an sich ändert sich dadurch kaum etwas. Für die allermeisten Personen dürfte WhatsApp deshalb auch künftig in der kostenlosen Version völlig ausreichen. Die wichtigsten Funktionen bleiben unverändert erhalten, und genau das ist letztlich die gute Nachricht.

Wer dagegen Freude an zusätzlichen Komfortfunktionen hat und bereit ist, dafür Geld auszugeben (rund 2,50 Euro pro Monat), bekommt mit WhatsApp Plus einige Extras.