Der Stadtjugendring Bamberg lud hochkarätige jugendpolitische Vertreterinnen und Vertreter der Parteien zum Polittalk auf das Gelände der Auferstehungskirche ein. Im Vorfeld der Bundestagswahlen und angesichts der dramatischen Herausforderungen unserer Zeit war es das Ziel, zusammen mit den beteiligten Jugendverbänden Evangelische Jugend, Bund der Katholischen Jugend, DGB-Jugend, Christliche Arbeiterjugend, dem Jugendkulturtreff Immerhin und einer Delegation des Bamberger Klimaschutzbündnisses über Gestaltungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen von Jugendarbeit und vor allem über die wichtigsten zukünftigen Aufgaben von Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Themenschwerpunkte waren Soziales (Wohnen, Jugendarbeit , Demokratie), Klima und Umwelt.

Bei der Forderung nach einer Herabsenkung des Wahlalters durch Dominik Schrepfer (Christliche Arbeiterjugend) ergab sich überraschenderweise ein ziemlich einheitliches Bild, bei dem sich die anwesenden Jungpolitiker zum Teil über ihre Parteiprogramme hinwegsetzten. Unisono war die Meinung, dass eine Herabsetzung auf 16 Jahre nur folgerichtig für eine Einbeziehung von jungen Menschen in die Entscheidungsprozesse für eine lebenswerte Zukunft sei. Lotta Fröhlich (Bamberger Klimaschutzbündnis) brachte es auf den Punkt: Es wäre ein ermutigender Schritt für junge Menschen und das Interesse an Politik würde deutlich steigen.

Paul Hummer von der DGB-Jugend wollte von den Politikern wissen, wie hoch deren Meinung nach der Mindestlohn in der Ausbildung angesetzt werden solle. Er selbst forderte, dass dieser deutlich höher liegen müsse als die aktuellen 550 Euro. Arif Tasdelen ( SPD ) legte sich hier auf einen Stundenlohn von mindestens zwölf Euro fest, Jessica Kluge (FW) plädierte dagegen eher in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen , um gerade Familien mit Kindern besser miteinzubeziehen. Marco Strube ( FDP ) sah eine gerechte Lösung nur dann gewährleistet, wenn ein Mindestlohn orts- und altersabhängig gestaltet würde. Für Felix Heinrich ( Die Linke ) war klar, dass über viele Ausnahmeregelungen nur Mogelpackungen verkauft würden und der Mindestlohn klar bei 13 Euro die Stunde liegen müsste.

SJR-Vorsitzende Michaela Rügheimer dankte den Mitwirkenden, besonders dem Hausherrn der Auferstehungskirche, Pfarrer Christoph Hensler. Sie forderte, zusätzliche Mittel bereitzustellen und dem unschätzbaren Wert des Ehrenamtes gerecht zu werden. Junge Menschen müssten auch künftig stärker in politische Prozesse eingebunden werden. red