Marion Krüger-Hundrup

Bei „Rauchbier“ denkt man sofort an Bamberg . Und wenn der Name Klaus Otto fällt, automatisch an das Rote Kreuz : „Denn Klaus Otto und das Bamberger Rote Kreuz gehören zusammen wie der Bamberger Reiter und der Dom. Sein Name und seine Person sind quasi mit dem Roten Kreuz verwachsen“, brachte Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) eine markante Symbiose auf den Punkt. Wenn man sich umhöre, was den „findigen und engagierten“ Klaus Otto ausmache, höre man nur Gutes: „Man kann ihn alles fragen, er hilft, wo er kann“, werde über Otto gesagt, fuhr der Bürgermeister fort. Damit habe Klaus Otto gewissermaßen den Leitgedanken des Roten Kreuzes verinnerlicht und selbst gelebt.

Glüsenkamp war als offizieller Vertreter der Stadt Bamberg zu dieser Feierstunde am Freitag im Alten Casino an der Föhrenstraße gekommen, um den Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) – Kreisverband Bamberg in den Ruhestand zu verabschieden. Viele hauptamtliche und ehrenamtliche BRKler, Mitglieder anderer Hilfsorganisationen und Weggefährten drückten ihre Wertschätzung für Klaus Otto aus, der fast 35 Jahre lang die Geschicke des Bamberger Kreisverbandes geleitet hat: Als „Vollblutrotkreuzler“, als „Rotkreuzler mit Herzblut“, wie ihn BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk würdigte. Klaus Otto sei als dienstältester Geschäftsführer im Landesverband eine Institution, die für ihre Treue zum BRK vielfach ausgezeichnet worden sei.

Launig verwies Stärk „als gebürtiger Mainzer“ auf die 27-jährige Mitgliedschaft Klaus Ottos im Elferrat, „eine besondere Form der Gemeinschaft im BRK Bamberg “. Der Elferrat organisiere mit dem legendären BRK-Rosenmontagsball die größte Faschingsveranstaltung in Stadt und Landkreis Bamberg . „Vieles wäre ohne Klaus Otto nicht möglich gewesen“, erklärte denn auch Pius Schiele, Präsident des Elferrates, und versicherte Otto, dass „die Mitgliedschaft im Elferrat ein Amt auf Lebenszeit ist“.

Die eigentliche Laudatio auf den scheidenden Klaus Otto hielt MdL Holger Dremel, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Bamberg . Er nannte Lebensstationen: Bereits Ottos Vater Erwin sei von 1956 bis 1986 Kreisgeschäftsführer im hiesigen Kreisverband gewesen. Es sei also nicht verwunderlich, dass Klaus Otto nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre am 1. Juni 1983 seinen ersten Arbeitsvertrag beim BRK in Bamberg unterzeichnet habe. Bereits am 1. Januar 1985 sei er zum stellvertretenden Kreisgeschäftsführer ernannt und dann am 1. Januar 1987 durch den damaligen Verbandsvorsitzenden Theodor Mathieu zum Kreisgeschäftsführer bestellt worden.

„Unter deiner Führung entwickelte sich das Rote Kreuz in Bamberg zu einem modernen Wohlfahrtsverband mit mehr als 130 hauptberuflichen und fast 2000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern “, fuhr Dremel fort. Klaus Otto habe mit seinem Team soziale Geschäftsfelder erschlossen, den Rettungsdienst ausgebaut und den Katastrophenschutz auf sichere und verlässliche Beine gestellt. „Der Paradiesweg mit der BRK-Rettungszentrale hat sich zum Dreh- und Angelpunkt der Blaulichtfraktion entwickelt, ein Verdienst, der maßgeblich deinen Namen trägt,“ wandte sich der Redner an Otto und dankte ihm im Namen des Vorstands und aller Rotkreuzler für dessen Wirken und Engagement.

Gutes Verhältnis zum Ehrenamt

Verbandsvorsitzender Dremel ging auf „ein großes und wichtiges Anliegen“ Ottos ein: das stets gute und enge Verhältnis zum Ehrenamt . Klaus Otto griff dies in seinem Schlusswort auf: „Nur gemeinsam können Hauptamtliche und Ehrenamtliche stark genug sein, die Herausforderungen zu bewältigen“, sagte er. Seine Vorredner hatten auf aktuelle hingewiesen: die Corona-Pandemie – Klaus Otto gehörte zum Krisenstab der Stadt Bamberg – oder die Flutkatastrophe im Ahr-Tal, die auch Helfer des Bamberger BRK vor Ort geführt haben.

Klaus Otto tritt seinen neuen Lebensabschnitt am 1. Dezember an. Sein Nachfolger als Kreisgeschäftsführer ist Oliver Nelken.