Zentrales Thema der Gemeinderatssitzung in der Schulturnhalle war das neue Baugebiet "In der Ebene", das am Nordrand von Priesendorf entstehen soll. Erste Planungsschritte erfolgten bereits 2019, aber inzwischen wird das Projekt deutlich konkreter. Ein Vertreter vom Architekturbüro Höhnen und Partner stellte den Gemeinderäten den Planvorentwurf für das Neubaugebiet vor.

In diesem vorläufigen Bebauungs- und Grünordnungsplan sind neben etwa 30 Grundstücksparzellen auch größere Grünflächen vorgesehen. Diese Flächen befinden sich dort, wo ein ehemaliger Steinbruch verfüllt worden ist, so dass dort der Untergrund möglicherweise nicht stabil genug für den Hausbau ist. Diese parkähnliche Grünfläche soll aber nicht das einzige "Grüne" sein, das dieses Baugebiet auszeichnet. Für die Bauparzellen, auf denen Ein- oder Zweifamilienhäuser oder auch Reihenhäuser errichtet werden könnten, gelten eine ganze Reihe von Bestimmungen, die das Wohnen dort grüner sowie umwelt- und klimafreundlicher gestalten sollen. So ist zum Beispiel vorgeschrieben, dass Flachdächer begrünt werden müssen und dass bei der Bepflanzung der Gärten auf klimaresistente und insektenfreundliche Pflanzenarten geachtet werden muss.

In seinem Bericht präsentierte Bürgermeister Matthias Krapp auch eine innovative und umweltfreundliche Möglichkeit, die neu zu bauenden Häuser mit Wärme zu versorgen. Bei dem Energieversorger ÜZ-Lülsfeld hat er eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, mit der überprüft werden sollte, ob im Neubaugebiet Sole-Wasser-Wärmepumpen rentabel wären, die über Erdsonden geothermische Energie nutzen. Das Ergebnis dieser Studie war sehr positiv: Der Untergrund lässt Bohrungen bis in 99 Meter Tiefe zu, so dass Wärmepumpen effektiv zu betreiben wären. Mit solchen Wärmepumpen kann man sein Haus nicht nur im Winter warm halten, man kann mit dem gleichen System das Haus auch im Sommer kühlen, was mit Blick auf die Klimaerwärmung zunehmend wichtig wird.

Geothermie im Neubaugebiet

Die anwesenden Gemeinderäte waren durchaus offen für die Idee, Geothermie in der beschriebenen Form im Neubaugebiet zu fördern. Bürgermeister Krapp gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass durch diesen fortschrittlichen Bebauungsplan junge, innovative Paare und Familien angesprochen werden, die das Leben in der Gemeinde bereichern können.

Der an diesem Abend vorgestellte Planvorentwurf soll nun im weiteren Verlauf einer Prüfung durch die Träger öffentlicher Belange zugänglich gemacht werden. Sollte das Verfahren reibungslos laufen, können erste Erschließungsarbeiten schon im Herbst beginnen.

Nicht nur potenzielle Neubürger sollen in Priesendorf mit moderner Technologie versorgt werden, auch für alteingesessene Bürger sind Verbesserungen geplant. So hat Bürgermeister Krapp im Rahmen des Förderverfahrens "Bayerische Gigabitrichtlinie" eine Bedarfsanalyse durchführen lassen. Der zufolge besteht bei nicht wenigen Priesendorfern Bedarf für eine schnellere Internetverbindung . Daher wird nun geplant, jeden Haushalt mit einer schnellen Glasfaserleitung zu versorgen. Weil aber nach Abzug der zu erwartenden Fördergelder für die Gemeinde Priesendorf ein Eigenanteil von etwa 400 000 Euro zu schultern ist, muss zunächst die Finanzierung dieses Projekts genau geplant werden.