Doch trotz seines Vermögens führte Johann Weberpals ein sparsames und bescheidenes Leben. Er arbeitete weiterhin als Kellner und war in den 1930er Jahren in die US-Hauptstadt Washington D.C. umgezogen.
1940 setzte er sich zur Ruhe. Da er weder Frau noch Kinder hatte, beschäftigte er sich schon frühzeitig mit seinem Nachlass und verfasste schließlich im Oktober 1958 sein Testament .
Johann Weberpals genoss seinen Lebensabend ca. 100 Kilometer von Washington entfernt in einem kleinen, selbstgebauten Holzhaus in Cove Point Beach - unweit einer der schönsten Sandstrände der Chesapeake Bay. Hier starb er am 1. März 1967 im Alter von 82 Jahren.
Den Ort seiner Kindheit – Redwitz - hatte er dabei nie vergessen. Zu stark waren die Erinnerungen an die Eltern und die Armut, in der die Familie lebte. Dies mag ihn dazu bewogen haben, den Großteil seines Vermögens seiner Heimatgemeinde Redwitz zu hinterlassen. Die einzige Bedingung: Das Geld müsse dem Bau eines Altenheims dienen.
Insgesamt wurde der Gemeinde im Zeitraum von 1969 bis 1972 in Teilbeträgen die stolze Summe von rund 1,5 Millionen D-Mark angewiesen.
Nach einer längeren Planungsphase konnte am 16. Juli 1976 in Redwitz - ganz im Sinne des Erblassers - der Grundstein für die John-Weberpals-Wohnanlage gelegt werden. Die Fertigstellung erfolgte im Juni 1978.
Zum Dank für diese außergewöhnlich hohe Spende wurde eine Straße nach John Weberpals benannt, die noch heute an den Gönner erinnert.
Welche Freude mit dieser Erbschaft verbunden war, ganz besonders als die frohe Botschaft Redwitz erreichte, zeigte das Theaterstück, geschrieben und inszeniert vom Redwitzer Liedermacher Franz Wachter. Dieses war gespickt mit Anekdoten und was in Redwitz geschehen ist - oder auch nicht. Denn wie ein Lauffeuer hatte sich das Vermächtnis in der Gemeinde herumgesprochen, viele wollten daran Anteil haben.
Altbekannte Redwitzer Persönlichkeiten zu dieser Zeit wurden in Szene gesetzt und ließen bei den Zuschauern Erinnerungen aufkommen. Gekleidet waren die Schauspieler wie in den 1970er Jahren. Beifall bestätigte immer wieder die Leistung der Schauspieler . Wachter stellte diese nach der Aufführung namentlich vor.
Mit stimmungsvoller Live-Musik heizte die Band „Ölpumper-Trio“ anschließend den Besuchern ein.
Bis in die Nacht hinein saßen die Gäste beisammen und genossen die harmonische Atmosphäre. che