Noch mit Schrecken denken die Oberhaider an das Jahrhunderthochwasser von fünf Jahren zurück, als sintflutartige Regenfälle dazu führten, dass große Teile des Ortes überflutet wurde und Schäden immenser Höhe verursachten. Um besser gegen solche Naturkatastrophen gewappnet zu sein, gab die Verwaltung mit Bürgermeister Carsten Joneitis ein integrales Hochwasserschutzkonzept in Auftrag, dessen Ergebnis nun Stefan Wolf vom Ingenieurbüro Wolf aus Kemnath dem Gemeinderat vorstellte.

Um zu verhindern, dass aus Rinnsalen oder kleinen Bächen oft in Minutenschnelle reißende, nicht mehr zu bändigende Ströme werden, zeigte der Referent mehrere Möglichkeiten auf. Mildern könnte ein Hochwasser zusätzliche Rohrleitungen oder Umleitungsmöglichkeiten des Wasserschwalls. Nachhaltig könne das Problem jedoch nur den Bau von Hochwasserrückhaltebecken gelöst werden. Vier solcher Becken müssten in der Gesamtgemeinde gebaut werden. Dies sei, so der Bürgermeister , eine Mammutaufgabe, deren Kosten und Bauzeiten noch nicht abzusehen sei. Geradezu monströse Ausmaße hätte das größte Hochwasserrückhaltebecken, das der Fachmann nördlich vom Kapellenweiher bis hin zum Sportgelände des FC Oberhaid installieren würde. Bei einer Höhe von vier Metern und einer Länge von 700 Metern würde wohl auch einem Jahrhunderthochwasser Einhalt geboten werden, noch nicht vorstellbar seien jedoch die entstehenden Kosten und die Eingriffe in die Landschaft, ungeachtet der dann zu klärenden Eigentumsverhältnisse.

Dies diskutierte der Rat in epischer Breite. An eine Verwirklichung sei deshalb frühestens in zehn Jahren zu denken, auch wenn Joneitis dies als Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung sieht und mit Nachdruck verfolgen will. Weitere Rückhaltebecken sollen „Am Klingengraben“, in Unterhaid und in Staffelbach entstehen.

Als das älteste Ehrenamt im Freistaat bezeichnete der Bürgermeister das Amt der Feldgeschworenen. Da alters- und krankheitsbedingt im Gemeindebezirk Unterhaid mehrere Feldgeschworene ausfielen, wurden dem Gemeinderat vier neue Feldgeschworene vorgestellt und bestätigt. Es sind dies Werner Auer, Johann Popp, Manfred Genslein und Josef Then.