Ausstellung in der „Galerie Ambiente“ bringt Werke dreier Neuentdeckungen in einen Dialog
Große Formate, bunte Farben, viel Gefühl und ein Herz, das mitten im Raum steht. Kunst über Dunkelheit und Kraft. Über Verwundbarkeit und Aufbruch. Über das, was uns als Menschen ausmacht. Da wundert es nicht, dass sich zwischen den Frauen-Bildern Henry Dunant findet. Jener Schweizer Humanist, der als Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung gilt und 1901 für sein lebenslanges Engagement für Nächstenliebe und Völkerverständigung den ersten Friedensnobelpreis erhalten hat.
„Menschlichkeit, Menschenrechte, die Genfer Konventionen – all das beruht auf Henry Dunant und ist auch das, was meine Arbeit und mich selbst ausmacht“, bekundet Anna-Lena, die unter ihrem Künstlernamen „Angschy“ derzeit in der „ Galerie Ambiente“ in Kronach insbesondere großformatige Frauen-Bildnisse, aber auch die genannte Herz-Skulptur und ein Porträt von Henry Dunant ausstellt. Das von ihr bereits vor vier Jahren begonnene Bildnis des Urvaters der humanitären Hilfe hatte die Kronacherin im Dezember vergangenen Jahres fertiggestellt. Seit Jahresende widmet sich die zweifache Mama wieder intensiv der Malerei: Alle weiteren aktuell in der Ausstellung zu sehenden Bilder sind in diesem Zeitraum entstanden.
„Dass meine Frauen alle nackt sind, war von vorneherein gar nicht so beabsichtigt, sondern hat sich so beim Malen ergeben“, erzählt die Mitarbeiterin des ASB-Kreisverbands Kronach. Vor allem ihr dreiteiliger Zyklus über die Transformation einer Frau von innerlich am Boden zerstört bis hin zur Wiederfindung der eigenen Stärke sticht ins Auge. „Kunst spielt in meinem Leben eine sehr wichtige Rolle. Mit Kunst kann ich mich ausdrücken. Als Autodidaktin ist die Leinwand mein Ort, an dem ich Gedanken und Gefühle sortiere, den Zugang zu meinem Inneren Ich finde und mein inneres Chaos aufräumen kann“, verrät die Kronacherin, die das Malen schon seit ihrer Kindheit begleitet.
Sie belegte den Kunstzweig in der Siegmund-Loewe-Realschule bei den Lehrkräften Hans Schellenberger, Arnhild Schlingschröder und Mirjam Gwosdek. Auch kreativ war die nunmehr 32-Jährige schon immer, auch im handwerklichen Bereich, erlernte sie doch zunächst den Beruf der Werkzeugmacherin. Dann ging es für sie beruflich in die soziale Richtung. „Henry Dunant glaubte, dass Menschlichkeit keine Grenzen kennt. Ich teile diesen Gedanken – mit dem Pinsel und im Leben“, so ihre Botschaft.
Tiefe Einblick in ihren Seelenzustand gibt auch Alisa, die aktuell ebenfalls vor allem Frauenbilder malt. „Kunst bedeutet Freiheit für mich. Meistens male ich einfach drauflos und lass mich durch meine Gefühle leiten“, erklärt die junge Malerin mit dem Künstlernamen Alice.
Von Gefühlen geleitet