Fraktionsübergreifend setzen sich Mitglieder aus Kreistag und Stadtrat – Grüne, ÖDP und SPD – für eine klimafreundliche Klärschlammverwertung unter dem Dach des Zweckverbandes Müllheizkraftwerk Bamberg ein. „Ziel ist eine gemeinsame Lösung, von der sowohl die Stadt Bamberg als auch der Landkreis profitieren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zum Hintergrund: Eine Mitverbrennung im Müllheizkraftwerk (MHKW) Bamberg , wie aktuell von der Kläranlage der Stadt Bamberg praktiziert, oder eine landwirtschaftliche Nutzung als Dünger, wie in vielen Landkreisgemeinden gängige Praxis, ist in naher Zukunft nicht mehr möglich. Für die Bamberger Kläranlage gilt ab 2029 das Gebot der Phosphatrückgewinnung, für die kommunalen Klärschlämme im Landkreis greifen immer striktere Grenzwerte aus der Düngemittelverordnung. Bis 2023 müssen alle Kläranlagenbetreiber ein Verwertungskonzept für ihre Schlämme vorlegen.

Alternativen gefragt

In der Sitzung des Zweckverbands MHKW am 13. April wurde nun eine Studie vorgestellt, in der mehrere Verfahren der Klärschlammverwertung aufgezeigt werden. Für das weitere Vorgehen werden darin allerdings nur die Konzeption einer sog. „Monoverbrennung“ am Standort Bamberg und eine Anlage zur Klärschlammtrocknung mit Weiterverarbeitung des getrockneten Klärschlamms in einer weiter entfernten Monoverbrennung (z.B. in Straubing) in den Blick genommen. „Klimapolitisch ist es Irrsinn, den Klärschlamm erst zu trocknen und dann zu verbrennen, ganz abgesehen von den Transportwegen, die dabei anfallen. Dabei werden erhebliche Mengen CO2 CO2 emittiert. Alternative Verfahren bieten hingegen die Möglichkeit, Kohlenstoff im Material dauerhaft zu binden und dadurch klimapositiv zu wirken“, stellt der energiepolitische Sprecher der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg , Andreas Eichenseher, fest. In dem fraktionsübergreifenden Antrag fordern die Unterzeichner, die Bewertung der verschiedenen Klärschlammverwertungsoptionen um eine CO2CO2-Bilanz, eine sichere Möglichkeit des Phosphor-Recyclings sowie eine kritische ökologische Betrachtung des materiellen Stoffkreislaufs zu ergänzen. red