Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt das starke bürgerschaftliche Engagement in Hirschaid . In nur zehn Tagen hatte eine Bürgerinitiative 1800 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt: Die Ansiedlung eines Logistikzentrums der Firma Edeka mit angeschlossener Wurst- und Fleischfabrik soll gestoppt werden.

Eine Informationsveranstaltung der Edeka-Tochter „ Franken-Gut Fleischwaren GmbH“ zur geplanten Ansiedlung einer Logistik- und Produktionsanlage auf 74 000 Quadratmetern Fläche nahmen zahlreiche Grüne und auch Aktivisten von „Fridays for Future“ zum Anlass, mit Hirschaider Bürgern und den Vertretern der Bürgerinitiative ins Gespräch zu kommen. „Dabei sind sie in der Bewertung von Aspekten der Nachhaltigkeit dem Großteil ihres Gemeinderats und dem Bürgermeister offensichtlich weit voraus“, stellt Bernd Fricke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, in einer Pressmitteilung fest. Als Beispiele nennt er „den besonnenen Umgang mit Flächen, die resultierenden Belastungen für Umwelt und Mensch oder die Bewertung, wie nachhaltig eine Gewerbeansiedlung tatsächlich ist, wenn man hinter die blumigen Worte der Marketingabteilungen blickt.“

Auch MdB Lisa Badum versteht die Anliegen der Bürgerinitiative : „In Hirschaid sind die Menschen vor Ort aktiv geworden. Sie wollen, dass der Bau einer großen Industrieanlage nicht einfach hintenrum im Gemeinderat beschlossen wird, sondern dass die Bürger bei einem Vorhaben dieser Dimension mit eingebunden werden und in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen. Schließlich sind sie es, die mit den Folgen – Verkehr , mögliche Erhöhung der Abwassergebühren , Verlust von Naherholungsgebieten und landwirtschaftlichen Flächen, Emissionen und Immissionen, etc. – leben müssen.“

Hier zeige sich sehr deutlich, dass die bisherige Praxis, Gewerbegebiete auszuweisen, um Einnahmen für die Kommunen zu generieren, an seine Grenzen stoße. „Wir müssen dringend eine Diskussion über zeitgemäße, klimafreundliche und nachhaltige Gewerbeansiedlungen führen. Immer neue Gewerbegebiete auf der grünen Wiese oder auf fruchtbarem Ackerboden vergrößern den Ballast, den wir künftigen Generationen aufladen“, fasst Sarah Eisenberger, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen Bamberg-Land und selbst Hirschaiderin, zusammen. red