Das Zitat findet sich vielfach im Internet. Als „ Windows 10 “ erschien und als kostenloses Update für alle Windows-7- und Windows-8-Computer zur Verfügung gestellt wurde, hieß es vom Unternehmen, Windows 10 werde das „letzte Windows“ sein. Also eine Version, die nie abläuft, sondern über die folgenden Jahre immer mit Aktualisierungen erweitert wird.

Und so klappte es auch bis vor kurzem: Zweimal pro Jahr erschienen größere Updates für Windows 10 – und wer vor sechs Jahren oder auch später das Angebot zum Wechsel angenommen hatte, konnte sich sicher sein, dass ein Computerneukauf nicht notwendig sein wird, solange alles funktioniert.

Das wird nun anders sein. Denn Microsoft hat sich umentschieden. Ab 5. Oktober steht „Windows 11“ als kostenfreie Aktualisierung bereit, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die meisten erfüllen alle Computer , auch wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Rede ist hier von vier Gigabyte Arbeitsspeicher oder 64 Gigabyte verfügbarem Speicherplatz auf der Festplatte .

Zwei Knackpunkte gibt es aber: Der PC muss ein so genanntes „Trusted Platform Module“ (TPM) haben, mindestens in Version 2.0. Dieser Standard existiert seit dem Jahr 2014. Ob ein Computer , der aktuell Windows 10 verwendet, ihn erfüllt, lässt sich leicht prüfen: Windows-Logo unten links anklicken und ins Suchfeld unten „ Gerätesicherheit “ eingeben, Enter-Taste drücken. Unter „Details zum Sicherheitschip“ muss bei „Spezifikationsversion“ dann „2.0“ stehen.

Die zweite Voraussetzung ist deutlich schwieriger zu erfüllen: Windows 11 läuft, grob zusammengefasst, nur mit Prozessoren , die maximal drei oder vier Jahre alt sind. Eine genaue Liste gibt es auf der Webseite https://www.microsoft.com/de-de/windows/windows-11 im Bereich „Minimale Systemanforderungen“. Dort kann der Eintrag „kompatibler 64-Bit-Prozessor“ angeklickt werden, daraufhin erscheint eine lange Liste.

Welchen Prozessor Ihr Computer verbaut hat, erfahren Sie hier: Windows-Logo unten links anklicken, Zahnrädchen fürs Einstellungsmenü, System, Info. Und dieser muss in der genannten Liste auftauchen. Mit dieser Politik schließt Microsoft aktuell einen Großteil der Windows-10-Nutzer von einer Aktualisierung aus. Ob das neue Windows 11 wirklich nicht installiert werden kann, wenn der passende Prozessor fehlt, werden wir erst nach dem 5. Oktober wissen. Es könnte auch sein, dass eine Installation klappt, daraufhin aber Dienste oder Updates verweigert werden.

Erst einmal abwarten

Mein Tipp: Abwarten. Aktuell besteht noch kein dringender Handlungsbedarf. Windows 10 soll von Microsoft noch bis mindestens Oktober 2025 mit Aktualisierungen versorgt werden. Auf neuen PCs wird Windows 11 dagegen bereits in Kürze entweder installiert sein oder direkt nach dem Einschalten als Update bereitstehen. Und hier liegt auch der Grund für diese rigorose Updatepolitik: Microsoft möchte den Verkauf von Computern ankurbeln.

Denn nach wie vor gibt es viele Anwender, gerade aus der jüngeren Generation und unter den PC-Spielern, die immer das neueste System haben möchten. Mitmachen muss man da aber nicht unbedingt, vor allem nicht von Anfang an. Daher: Sollte demnächst ein PC-Neukauf anstehen, nehmen Sie Windows 11 mit, nicht mehr Windows 10 . Warten Sie, wenn möglich, noch ein wenig, vielleicht bis zum Anfang des neuen Jahres.

Wie gesagt: Einen Grund zum schnellen Umstieg für noch gut funktionierende PCs gibt es erst einmal nicht. Denn die Veränderungen halten sich auf den ersten Blick in Grenzen. Microsoft hat für Windows 11 vor allem an der Optik gefeilt und auch für alle, die produktiv mit einem Computer arbeiten, neue Funktionen eingebaut. Ich werde mir Windows 11 genauer anschauen und wieder berichten.