Ob abgesagte Reisen, überteuerte Schutzmasken oder fragwürdige Corona-Wundermittel – die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig ein gut funktionierender Verbraucherschutz ist. Das betonen Brigitte Büttel und Dorothea Tetschlag von der Bamberger Beratungsstelle anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz 2020.

Zu Beginn der Pandemie war demnach eine große Welle an Anfragen auf die Beraterinnen zugekommen. „In dieser Zeit kam es drauf an, den Ratsuchenden schnell mit verlässlichem Rat zur Seite zu stehen. Gerade bei abgesagten Reisen kamen die Betroffenen oft nur mit unserer Unterstützung zu ihrem Geld“, so die Expertinnen.

Über 900 Ratsuchende hat die Bamberger Verbraucherzentrale im Jahr 2020 beraten. Zusätzlich erteilten die Beraterinnen über 2900 Kurzinformationen und Auskünfte. „Der Schwerpunkt lag bei abgesagten Reisen, stornierten Veranstaltungen und geschlossenen Fit-nessstudios“, sagt Büttel. Aber auch der Alltagsärger mit Telekommunikationsanbietern habe sich einmal mehr als Dauerbrenner erwiesen. „Dabei waren mit der Arbeit im Homeoffice viele Berufstätige mehr denn je auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen“, so Büttel. Hinzu kamen gerade im Lockdown viele Beschwerden über Abzocke bei Online-Käufen und Fake-Shops.

Beratungsstelle wieder geöffnet

Auch die Bamberger Beratungsstelle am Kunigundendamm musste immer wieder geschlossen werden. Für gute Erreichbarkeit sorgte ein Servicetelefon im Zusammenschluss aller Beratungsstellen der Verbraucherzentrale in Bayern. Mittlerweile sei die Beratungsstelle wieder geöffnet, freut sich Brigitte Büttel. Die persönliche Beratung finde nach einer Terminvereinbarung statt. Ratsuchende können Termine unter Telefon 089/552794-0 vereinbaren oder online auf www.verbraucherzentrale-bayern.de.

Ungebrochen hoch war das Interesse an Finanzthemen. Die Fragen betrafen die Geldanlage, Altersvorsorge, Versicherungen und Kredite. „Dabei ging es sowohl um rechtliche als auch um wirtschaftliche Aspekte“, berichtet Tetschlag. Viele Verbraucher beschäftigte im vergangenen Jahr demnach die Beitragserhöhung ihrer privaten Krankenkasse. Denn zahlreiche Versicherer drehten die Beitragsschraube wieder nach oben. Die Ratsuchenden nahmen Tetschlag zufolge eine Beratung zum Tarifwechsel in Anspruch, die einen computergestützten Tarifvergleich ein schließt.

Und: Im Corona-Jahr haben sich den Angaben zufolge mehr Menschen als bisher mit Energieeinsparung und ihrem Ge-bäude beschäftigt. Förderprogramme und gesetzliche Neuerungen zur energetischen Gebäudesanierung, insbesondere zum Einbau neuer Heizungen, ließen die Nachfrage an Energieberatung demnach deutlich steigen. Sehr gefragt waren auch die Online-Vorträge zu Themen wie Heizungserneuerung, Altbausanierung und Photovoltaikanlagen. red