Augenmerk liegt auf Schulsanierung

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vladstar - stock.adobe.com
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Die Gemeinde Walsdorf stellte ihren Haushalt 2026 auf - Dabei ist die Schule ein großer Posten

Der Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2026 steigt wegen der Sanierung der Schule um 671.210 Euro und hat ein Volumen von 8.938.210 Euro. Eine Kreditaufnahme ist wegen der Entnahme aus der allgemeinen Rücklage auch in diesem Jahr nicht erforderlich; zusätzlich kann ein Kredit von 601.850 Euro getilgt werden. Durch die geplante Entnahme aus der Rücklage von 1.291.390 Euro wird diese bis Ende des Haushaltsjahres auf ca. 1,05 Millionen Euro sinken.

Der Leiter der Gemeindeverwaltung und Kämmerer, Markus Schramm, konnte auch für das Jahr 2026 einen soliden Haushalt vorstellen.

Pro-Kopf-Verschuldung

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Walsdorf liegt seit dem Jahr 2000 konstant bei ca. 2600 Einwohnern. Die Finanzkraft der Gemeinde liegt mit 768 Euro pro Einwohner in etwa in der Höhe von vergleichbaren bayerischen Gemeinden, die im Landesdurchschnitt 771 Euro beträgt. Was man von der Kennziffer Steuerkraft in Höhe von 820 Euro pro Einwohner nicht feststellen kann, hier liegt der Landesdurchschnitt bei 1184 Euro. Im Landkreis Bamberg liegt die Gemeinde mit diesem Wert auf Platz 30 von 36 Landkreisgemeinden in der gleichen Größenordnung.

Pro-Kopf-Verschuldung

Wegen der Kredittilgung wird der Schuldendienst 574.531 Euro betragen und der Schuldenstand zum 31. Dezember 2026 auf 475.000 Euro sinken, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 180,40 Euro/Einwohner entspricht. Der Landesdurchschnitt der Pro-Kopf-Verschuldung in der gleichen Größenklasse der Gemeinde Walsdorf lag im Jahr 2024 bei 835 Euro/Einwohner.

Der Verwaltungshaushalt 2026 mit einem Volumen in Höhe von 6.471.360 Euro ist im Vergleich zum Vorjahr um 307.260 Euro gestiegen, was vor allem an den Mehreinnahmen bei der Einkommenssteuerbeteiligung und Gewerbesteuer liegt. Die vier größten Einnahmeposten sind die Einkommensteuerbeteiligung (1.883.200 Euro), die Schlüsselzuweisung (1.327.300 Euro) und die Gewerbesteuer (650.000 Euro). Der Gewerbesteuerhebesatz in Höhe von 330 v.H. wurde seit dem Jahr 2013 nicht mehr angepasst und liegt unterhalb des durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatzes von 360 v.H. im Landkreis Bamberg. Aus Sicht von Kämmerer Markus Schramm sollte man hier für die kommenden Haushaltsjahre eine Anpassung vornehmen.

Einnahmen sanken

Der Hebesatz bei der Grundsteuer A und B wurde wegen der Grundsteuerreform 2025 von 330 v. H. auf 145 v. H. gesenkt. Die Anpassung hat bei der Grundsteuer A (unbebaute Grundstücke) zu Mindereinnahmen von 11.300 Euro und bei der Grundsteuer B (bebaute Grundstücke) zu Mindereinahmen von 22.000 Euro im Haushaltsjahr 2025 geführt. Der Hebesatz für die Grundsteuer B wird daher ab dem 1. Januar 2026 auf 170 v.H. angehoben. Über eine Anhebung der Grundsteuer A wird nachdem Abschluss der Flurneuordnung in der Gemeinde im nächsten Jahr entschieden.

Die Ausgabensteigerung im Verwaltungshaushalt ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Kreisumlage zurückzuführen, die mit 1.517.800 Euro der größte Ausgabenposten im Verwaltungshaushalt ist und um 238.300 Euro höher ist als im Vorjahr. Die weiteren großen Ausgaben sind die Zuweisungen/Zuschüsse BayKiBiG etc. (1.305.550 Euro), die Personalausgaben (1.056.350 Euro), der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand (851.750 Euro) und die Zuführung zum Vermögenshaushalt (784.960 Euro).

Ein Vergleich der Vollzeitstellen in der Verwaltung mit Gemeinden der gleichen Größe belegt, dass durchschnittlich 2,55 Vollzeitstellen je 1000 Einwohner erforderlich sind. In der Gemeinde Walsdorf, weist der Stellenplan für die Verwaltung 6,3 Vollzeitstellen aus, wobei aktuell nur 4,9 Vollzeitstellen besetzt sind.

Zum Vermögenshaushalt

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 2.466.850 Euro (Vorjahr: 2.103.800 Euro). Bei den Einnahmen sind die Entnahme aus Rücklagen von 1.291.390 Euro neben der Zuführung aus dem Veraltungshaushalt (inkl. Sonderrücklagen) von 850.960 Euro die größten Einnahmen. Auf der Ausgabenseite sind die Baumaßnahmen von 1.550.000 Euro der größte Aufwand, wobei hiervon 1.130.000 Euro als Planungskosten, Umbau und Sanierung des Südtrakts der Schule vorgesehen ist. Für Tilgung und Ablösung eines Kredites müssen 601.850 Euro aufgewendet werde.

Der Haushalt 2026 wurde einstimmig beschlossen.

Stromspeicher geplant

Vor einem Jahr wurde auf den Bauhof der Gemeinde eine PV-Anlage installiert, mit der unter anderem der Strom für die Kläranlage erzeugt wird. Nach einem Jahr wurde festgestellt, das nur ca. die Hälfte des produzierten Strom dafür verwendet werden kann und der Rest ins Netz eingespeist wird. Mit einem Stromspeicher ließen sich die Lastspitzen abfangen und man hätte bei Stromausfall auch einen Notstromfunktion für einen kurzen Zeitraum. Ein Mitarbeiter der Firma Oros Energy hat dem Hauptausschuss der Gemeinde Walsdorf die Speicherlösung vorgestellt und ein erstes Richtangebot erstellt. Danach würde sich eine jährliche Einsparung bei den Energiekosten von ca. 10.000 Euro durch den Eigenverbrauch und der Lastspitzenkappung errechnen. Für den Kauf eines Speichers und den Installationsarbeiten müssten ca. 85.000 Euro gerechnet werden. Der Stromspeicher würde sich bei gleich hohen Stromkosten nach ca. acht Betriebsjahren amortisieren.

Zustimmung der Räte

Der Gemeinderat hat der Anschaffung zugestimmt, damit die Kosten im Haushaltsplan für 2026 ausgewiesen und weitere Angebote eingeholt werden können.

Der Mietvertrag mit den Betreibern der Bürgersolaranlage auf der Walsdorfer Schule läuft Ende 2026 aus. Der Betreiber hat der Gemeinde Walsdorf die Übernahme der PV-Anlage angeboten. Aufgrund der Generalsanierung der Schule muss die Anlage auf dem Dach der Grundschule (Trakt C ) sowieso demontiert werden, weil das Dach saniert werden muss. Der Gemeinderat stimmt der Übernahme der PV-Anlage auf den Schuldächern ab dem 1. Januar 2027 grundsätzlich zu. Für die Übernahme soll neben der Einspeisungsvergütung des letzten Betriebsjahres ein Zusatzbetrag von ca. 20.000 Euro entrichtet werden. Bürgermeister Wolff wurde beauftragt, die Verhandlungen mit den Betreibern zu führen.