Bald gibt's kein Jazz zum Hering

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Schlagzeuger Peter Schmitt (links), Monika und Bernd Wohlfromm schwelgen in Erinnerungen. 1982 hatte es das erste Mal Jazz und Hering im Deutschherrnkeller gegeben. Am Faschingsdienstag ist es das letzte Mal. Foto: Thomas Malz
Schlagzeuger Peter Schmitt (links), Monika und Bernd Wohlfromm schwelgen in Erinnerungen. 1982 hatte es das erste Mal Jazz und Hering im Deutschherrnkeller gegeben. Am Faschingsdienstag ist es das letzte Mal. Foto: Thomas Malz
Die "Flying Jazzband" im Jahr 2012 bei Jazz und Hering im Deutschherrnkeller. Foto: Björn Hein
Die "Flying Jazzband" im Jahr 2012 bei Jazz und Hering im Deutschherrnkeller.  Foto: Björn Hein
 

Die "Flying Jazzband" wird am Aschermittwoch eine Ära beenden, die im Jahr 1982 ihren Anfang nahm. "Jazz und Hering" im Deutschherrnkeller ist Geschichte.

Es ist, als wäre es gestern gewesen. Während Westberlin eingemauert und manche der alten Bahnverbindungen gekappt waren, entstand in den 1970er Jahren ein berühmter Flohmarkt im Hochbahnhof am Nollendorfplatz. An den Sonntagen lockten die Jazz-Frühschoppen unzählige Berliner und Zugezogene an. Mit Begeisterung dabei war Bernd Wohlfromm.
Passiert ist es dann bei einer Weihnachtsfeier im Jahr 1981 im damals noch recht jungen Deutschherrnkeller. Bernd Wohlfromm, zurückgekehrt nach Münnerstadt, unterhielt sich mit einem Jazz-Musiker. Und so entstand die Idee, am Aschermittwoch 1982 einen Jazzabend zu organisieren. Zur Premiere kamen das "Kissinger Jazz Ensemble" nach Münnerstadt. "Das ist eingeschlagen wie eine Bombe", sagt Bernd Wohlfromm.


Gute Kritiken

"Wie geschaffen für einen Jazzabend erschienen die Räumlichkeiten des Deutschherrnkellers, weshalb ein erneutes Konzert hoffentlich vor dem nächsten Aschermittwoch angesetzt wird", war damals in der Zeitung zu lesen. Es hat weitere Konzerte gegeben und auch Jazz und Hering.
1983 kamen dann erstmals die "Wacholderland Dixierainers" mit Oskar Herbert, Vladimir Sykora, Friedhelm Haessler, Winfried Winkelmann, Rainer Krusebach, Ludwig Kümmerth und Peter Schmitt nach Münnerstadt. "Wir haben bis 1991 durchgehend gespielt", erinnert sich Peter Schmitt. "Das war eine tolle Geschichte, weil das Publikum wegen der Musik gekommen ist", sagt er. "Die wollten das hören." In der Anfangszeit haben die Wohlfromms die Ausrichtung der Jazzabende an die Arbeitsgemeinschaft "Akzente" der Museumsfreunde übergeben, später übernahmen sie es wieder selbst.


Band reanimiert

Es spielten verschiedene Bands, wobei es auch immer wieder Gastauftritte gab. In den zahlreichen Zeitungsartikeln und Gästebüchern ist alles dokumentiert. Eigens für Jazz und Hering standen die "Wacholderland Dixierainers" von 2001 bis 2003 noch einmal auf der Bühne, obwohl sie sich zu dieser Zeit eigentlich bereits aufgelöst hatten. Für viele schöne Stunden sorgt auch die "Flying Jazzband" aus Bad Kissingen. Warum, weiß heute keiner mehr so ganz genau, aber es gab einmal ein Jahr, in dem die bestellte Band absagen musste. Aber einerseits lässt man alte Bekannte nicht im Stich, und andererseits kennen sich die Musiker ja auch untereinander. Und so bekam Bernd Wohlfromm einen Anruf von der "Ballbearing Jazzband" aus Schweinfurt. Die Musiker teilten ihm mit, dass sie heuer einspringen werden. "Das war der Kracher." Bernd Wohlfromm hat keinerlei Werbung gemacht, nur den Leuten Bescheid gegeben, die immer zu den Abenden kamen. "Aber irgendwie ist es doch durchgesickert." Die Bude war brechend voll, es wurde ein unvergesslicher Abend.
Und nun steht der letzte Abend mit Musik und Hering an. Die "Flying Jazzband" wird auf der Bühne stehen, es haben sich aber auch schon andere Musiker aus all den Jahrzehnten angesagt. Peter Schmitt wird natürlich auch in den Deutschherrnkeller kommen. "Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei, es war eine tolle Zeit", sagt er. Am Aschermittwoch, 14. Februar, beginnt das letzte "Jazz und Hering" um 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18.30 Uhr.