Stadtsteinach  —  Das Stadtsteinacher Feuerwehrzentrum muss anbauen. Davon hatte Kommandant Manuel Steinl seine Stadtratskollegen bereits im September überzeugt, als die Sitzung coronabedingt in der Feuerwehrhalle stattgefunden hatte. Im Feuerwehrstützpunkt in Stadtsteinach ist neben den üblichen Löschfahrzeugen nicht nur ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes stationiert, sondern seit vergangenem Jahr auch eines der großen Drehleiterfahrzeuge im Landkreis und seit kurzem auch ein Logistik-Gerätewagen, der grob gesagt weitere Zusatzausstattungen für den Ernstfall vorhält, inklusive weitere Schläuche und 2000 Liter Wasser.

Auch wenn der Landkreis die Ausstattung der Feuerwehren großzügig unterstützt, bleibt die weitere Verantwortung für die Fahrzeuge vor Ort, also bei der Stadt. Dass die durchaus teueren Spezialfahrzeuge, die ständig einsatzbereit sein müssen, nicht irgendwo auf dem Gelände herumstehen sollen, stand im Stadtrat erst gar nicht zur Diskussion.

Für den aktuellen Fuhrpark fehlt noch eine sechste Garage; besser gesagt, eine passende Unterstellhalle, denn handelsübliche Garagen sind selbst in der maximal angebotenen Größe zu klein. Eine solche Sparlösung zu etwa 30 000 Euro ist nicht möglich. Deshalb stellte Kreisbrandinspektor Manuel Steinl dem Stadtrat in dessen Sitzung am Montagabend zwei Möglichkeiten vor.

Mit Eigenleistung

Zum einen könnte man eine Systemhalle (aus vorgefertigten Teilen) in Sandwich-Leichtbauweise von 11,25 mal 8,10 Meter errichten. Kosten laut Voranschlag: 99 000 Euro plus 15 bis 20 Prozent aufgrund der derzeit stark anziehenden Baupreise. Zum anderen könnte man das bestehende Gebäude in gleicher Weise um einen Stellplatz vor dem Turm erweitern. Die Kosten würden mit 118 000 Euro höher liegen. "Für einen Anbau könnten die Feuerwehrleute allerdings Eigenleistungen im Gegenwert von 20 000 Euro leisten", so Steinl. Mit einem einzukalkulierenden Baupreisaufschlag, abzüglich eines möglichen Zuschusses des Landkreises blieben für die Stadt dann noch 100 000 Euro, die bereits im aktuellen Haushalt zur Verfügung stehen. Der Stadtrat gab der Feuerwehr freie Bahn für den Anbau des bestehenden Gebäudes.

Ebenso freie Bahn gab der Stadtrat für die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Einleitung eines Bauleitverfahrens für den neuen Kindergarten, der in der Au auf einer Grundstücksfläche von 7500 Quadratmetern entstehen soll. Damit werden nun die Anlieger und Vertreter der öffentlichen Belange gehört. Noch nicht klar, aber angedacht ist laut Bürgermeister Roland Wolfrum die Zufahrt zur neuen Kindertagesstätte. Sie soll aber so geführt werden, dass weder die Anlieger der Wehrstraße noch die der Bahnhofstraße übermäßig belastet werden.

Aus dem Sonderfond für die Belebung der Innenstädte bekommt Stadtsteinach 135 000 Euro, teilte Bürgermeister Wolfrum dem Stadtrat mit. Einen Bedarf von 145 000 Euro hatte man angemeldet. Was im Einzelnen gefördert beziehungsweise nicht gefördert wird, wisse man aber erst, wenn der detaillierte Bescheid im Rathaus eingegangen ist.

Lüftungsgeräte für die Schulen

"Schnellstmöglich" werden die Schulen mit Lüftungsgeräten ausgestattet, teilte Wolfrum des Weiteren mit. Die für die jeweiligen Schulzweige zuständigen Gremien sind damit befasst, und er hoffe zuversichtlich, dass die Klassenzimmer bis zum Beginn des neuen Schuljahres bereits ausgestattet sein werden.

Vergeben hat der Stadtrat nun auch die Rohbauarbeiten für einen Technikraum und ein Pelletsilo für das Freibad. Das wirtschaftlichste Angebot lag bei 174 608 Euro.

Nicht direkt vergeben, aber Vollmacht für die Vergabe der Verbund- und Versorgungsleitungen zur Wasserversorgung der Ortsteile Triebenreuth, Schwärzleinsdorf, Vogtendort und Vorderreuth erteilte der Stadtrat den drei Bürgermeistern, soweit das Angebot des wirtschaftlichsten Anbieters die Kostenschätzung des Planers von 1,8 Millionen nicht wesentlich überschreitet. Der Stadtrat traf diese Entscheidung, damit die Arbeiten möglichst bald umgesetzt werden können. Sollte das beste Angebot jedoch den Kostenrahmen sprengen, müsste eine Sondersitzung im an sich sitzungsfreien August einberufen werden.