Für die rund 26 Prozent der Teilnehmenden mit einem auffälligen Ergebnis ist der Demenz-Screeningtag deshalb oft der Auftakt zu einer fachärztlich gesicherten Diagnose und damit zum Ende der Unsicherheit – auch für die besorgten Familienmitglieder. Die Testung öffnet zudem den Zugang zu medikamentösen und psychosozialen Behandlungsoptionen sowie zu Pflegeleistungen, etwa wenn eine Pflegestufe beantragt werden kann. So bildet sie die Grundlage für eine vorausschauende Versorgungsplanung, solange Betroffene selbst noch aktiv mitentscheiden können.
Möglich wird dieses niedrigschwellige Angebot durch die enge Zusammenarbeit mit einem eigens aufgebauten, bayernweiten Netzwerk aus mittlerweile 312 Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern sowie Projektassistenzen – darunter ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Gedächtnisambulanzen, Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, betreute Wohneinrichtungen sowie die in Bayern etablierten Gesundheitsregionenplus.
„Wir vereinfachen den Zugang zu Gedächtnistests und erreichen die Menschen frühzeitig", sagt Prof. Dr. Kolominsky-Rabas. „Dies ist besonders in den ländlichen Regionen wichtig, wo die Anfahrtswege und Wartezeiten lang sind." Der wissenschaftliche Kurztest ersetzt keine umfassende ärztliche Diagnose, doch nach 15 bis 20 Minuten liefert er erste Hinweise darauf, ob eine weitere fundierte Abklärung sinnvoll ist.
Kurz vor, während und nach der Bayerischen Demenzwoche führt digiDEM Bayern insgesamt mehr als 75 Demenz-Screeningtage in ganz Bayern durch. Auf der Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention zur Bayerischen Demenzwoche (demenzwoche.bayern.de) erhalten Interessierte unter dem Suchbegriff „digiDEM Bayern" detaillierte Informationen zu den jeweiligen Demenz-Screeningtagen. red