Ende Juli ist eine neunköpfige Gruppe des Bad Kissinger Alpenvereins unter Leitung der Fachübungsleiter Andi Grau, Lukas Keller und Louis Kissner zu den hohen Bergen der Monte Rosa Gruppe gestartet. Schon vorab wurden verschiedene Touren zur Akklimatisierung unternommen, um gut vorbereitet in Höhen über 4000 Meter zu starten.
Der Beginn der Runde ist Zermatt, der bekannte Bergsteigerort am Fuße des Matterhorns. Mit der Luftseilbahn erreichte man schnell in einer Höhe von knapp 3800 Meter die Station „Kleines Matterhorn“. Steigeisen, Klettergurt, Eispickel und Seil wurden gleich angelegt und wurden auch in den nächsten Tagen ständig benötigt. Die warmen Temperaturen hatten den Gletschern bereits stark zugesetzt, so dass viele kleine, aber auch riesige Gletscherspalten und Randklüfte zur Vorsicht mahnten.
Es bot sich gleich die Überschreitung des Breithorngipfels mit 5163 Metern an. Schnell war die dünne Luft mit weniger Sauerstoffsättigung zu spüren. Das Rifugio Guide della Val d‘ Ayas war Tagesziel und wurde über die weite Gletscherlandschaft am Nachmittag erreicht.
Eine weitere Überschreitung glückte am nächsten Morgen mit dem Castor (4228 Meter) und dem Felikhorn (4087 Meter). Der Abstieg erfolgte über eisige Flanken zum Rifugio Quintino Sella.
Schon am Nachmittag kündigte sich ein Wetterumschwung an. Der nächste Morgen begrüßte die Teilnehmer mit Neuschnee, Nebel und Graupelschauer. Der weitere Weg über die Gletscher ohne Spur und bei Nebel war viel zu gefährlich und nicht möglich. So musste die ursprünglich geplante Tour abgebrochen werden. Der Abstieg erfolgte ins Aostatal und das Taxi brachte alle zurück nach Zermatt.
Der nächste Tag brachte besseres Wetter. Wieder gelang eine schöne Überschreitung, diesmal auf das Allalinhorn (4027 Meter) über den Hohlaubgrat. Dem Gipfel waren die warmen Temperaturen anzusehen. Er hatte sich im Verlauf der letzten Jahres stark verändert. Das sonst im Schnee stehende Gipfelkreuz fand sich im Fels und musste über die letzten Meter erklettert werden.
Stolz erreichte die Gruppe den Talboden. Für einige ging es von hier heim, die anderen wollten es am nächsten Tag nochmal wissen und starteten wieder eine Überschreitung, diesmal auf das Lagginhorn (4010 Meter) über den Südgrat. Der lange Abstieg wurde dann noch von massivem Steinschlag begleitet, nochmals ein Adrenalinschub.