Spurensuche in Schlesien und Siebenbürgen

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In der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ finden im Januar und Februar zwei Wochenseminare statt.

Schlesien, eine Spurensuche gibt es vom 25. bis 30. Januar, heißt es in einer Pressemitteilung. Schlesien war ursprünglich von Slawen besiedelt, danach durch die Ostkolonisation von Deutschen geprägt und Teil des böhmischen Königreiches. Es wurde durch die Schlesischen Kriege im 18. Jahrhundert größtenteils preußisch, ein kleiner Teil verblieb beim Hause Habsburg. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die habsburgischen Teile Schlesiens zur Tschechoslowakei und Polen erstand nach rund 150-jähriger Teilung durch die Nachbarstaaten neu. Um wirtschaftlich lebensfähig zu sein, erhob Polen Ansprüche auf das gemischt deutsch-polnisch besiedelte, kohlenreiche und hochindustrialisierte Oberschlesien. Die Alliierten setzten daraufhin Volksabstimmungen an, hielten sich aber nicht unbedingt an die Abstimmungsergebnisse.

Durch die Westverschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben ganz Ober- und bis auf einen kleinen Rest Niederschlesien bei Polen. Viele Deutsche verblieben als Minderheit in Polen, waren jedoch nicht anerkannt. Erst nach der Wende von 1989/1990 konnten sich die verbliebenen Deutschen organisieren.

Ihre Mitwirkung haben unter anderem zugesagt: Dr. Meinolf Arens: Grundzüge der Geschichte Schlesiens vom Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert; Wolfgang Freyberg und Gabriela Blank: Oppeln, Fischerstraße 13 – auf den Spuren einer oberschlesischen Familie; Dr. Andrzej Michalczyk: Migrationsgeschichte Oberschlesiens im 19. Jh. (nach Amerika und in den deutschen Westen) und mit einem zweiten Vortrag: Migrationsgeschichte Oberschlesiens im 20. Jh. (Arbeitswanderungen, Zwangsmigrationen und Aussiedlung); Manfred Mack: Schlesien. Eine Spurensuche in der deutschen und polnischen Literatur ; Dr. Jakub Grudniewski: Geschichte Schlesiens im 19. und 20. Jahrhundert; Dr. Sebastian Rosenbaum: Die Entstehung des fotografischen „imago“ Schlesiens; Dr. Mirosław Węcki: Auf den Spuren der Vorfahren. Möglichkeiten der genealogischen und historischen Recherchen im Internet; Außerdem werden Dokumentarfilme gezeigt.

Nach dem Vorbild einer Buchreihe

Anmeldungen zu dem Seminar sind ab sofort möglich und werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Sie sind zu richten an: „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 976 88 Bad Kissingen , Fax: 0971/714 747, per Mail an: hoertler@heiligenhof.de, Kennwort: „Schlesien“ oder über die Webseite heiligenhof.de/unsere-seminare/seminarprogramm/schlesien-eine-spurensuche

Das Wochenseminar „ Siebenbürgen , Banat und Altrumänien. Eine Spurensuche in Wort und Bild“ findet vom 1. bis 6. Februar statt. In den Jahren 1885 bis 1902 erschien eine 24-bändige Buchreihe „Die Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild“, eine landeskundliche Enzyklopädie der Doppelmonarchie nach den historischen Kronländern geordnet. Diese von den seinerzeit besten Fachleuten (Geographen, Historikern, Volkskundlern) erstellte und mit Stichen illustrierte bestausgestatteten Bände erfreuten sich im Bürgertum einer großen Popularität und sind bis in die Gegenwart begehrte Sammelobjekte.

Nach diesem Vorbild sollen in der Veranstaltung mit heutigen Fachleuten und modernen Medien, insbesondere Dokumentarfilmen, erneut historische Regionen im östlichen Europa „ Siebenbürgen , das Banat und Altrumänien“ und deren deutsche Siedlungsgeschichte sowie die Gegenwart beleuchtet werden.

Mit dabei sind unter anderem Dagmar Dusil, Lesung: Über den langen Weg der Vergangenheitsbewältigung: „Das Geheimnis der stummen Klänge“; Dr. Dietmar Gross: Naturräume Rumäniens; Wolfgang Weigl: Workcamps der Handwerkerschule EU in Siebenbürgen ; Alexander Kloos: Internationale Sommerschulen in Siebenbürgen zur Bewahrung des Kulturerbes; MdP Ovidiu Ganţ: Die Interessenvertretung der deutschen Minderheit im Parlament Rumäniens; Katharina Kilzer: Banater Zeitzeugenberichte; Horst Samson, Lesung: „Heimat als Versuchung“; Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll: Die Hohenzollernherrschaft in Rumänien, und PD Dr. Mathias Beer mit zwei Vorträgen. Dokumentarfilme werden gezeigt.

Beide Tagungen beginnen am Sonntagabend um 18 Uhr mit dem Abendessen und sind am Freitagmorgen nach dem Frühstück zu Ende. Anmeldung: „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen , Fax: 0971/714 747, per Mail an: hoertler@heiligenhof.de, Kennwort: „ Siebenbürgen und Banat“ oder über die Webseite heiligenhof.de/unsere-seminare/seminarprogramm/siebenburgen-banat-und-altrumanien-eine-spurensuche-in-wort-und-bild red