Wie lassen sich Hochwasser früher erkennen, Trockenstress bei Bäumen sichtbar machen oder Notfallmedikamente per Drohne transportieren? Antworten auf diese Fragen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des monatlich stattfindenden Neubürgerstammtisches im August. Das von Dr. Elisabeth Müller und Anita Schmitt initiierte Treffen führte diesmal zum Messfeld des Deutschen Wetterdienstes und in das Zukunftslabor des Landkreises Bad Kissingen bei Hausen.
Die große Nachfrage machte drei Führungen erforderlich. Hartmut Vierle und Marco Schmieg begleiteten die jeweils aufgeteilten Gruppen durch beide Einrichtungen und erläuterten anschaulich, wie moderne Technik dem Schutz von Menschen, Natur und Ressourcen dienen kann. An der ersten Führung nahm auch Landrat Mario Götz teil.
Auf dem Messfeld des Deutschen Wetterdienstes erfuhren die Gäste, wie präzise Wetterdaten heute ermittelt werden. Vorgestellt wurden unter anderem Messgeräte für Temperatur, Niederschlag, Schneehöhe, Wolkenhöhe, Bodenfrost, Bodenfeuchte und Wind. Viele Messungen erfolgen inzwischen mit Hilfe von Laser- oder Ultraschalltechnik.
Im Mittelpunkt des Zukunftslabors stehen vier Bereiche: LoRaWAN-Funktechnologie, KI-gestützte Bilderkennung, Drohnen und die Digitale Bildungsregion. LoRaWAN ermöglicht es, kleine Datenmengen mit geringem Energieverbrauch über große Entfernungen zu übertragen. Die Technik eignet sich beispielsweise für Sensoren, die Wasserstände, Luftqualität, Temperaturen, Verkehrsaufkommen oder den Füllstand von Abfallbehältern erfassen.
Ziel des Landkreises ist es, eine verlässliche Datengrundlage aufzubauen, die Ergebnisse zu visualisieren und im Sinne von Open Data öffentlich zugänglich zu machen. Geplant ist außerdem der Aufbau eines Hochwasserwarnsystems.
Auch Künstliche Intelligenz soll den Natur- und Landschaftsschutz unterstützen. Webcams und Drohnenaufnahmen können dabei helfen, Pflanzen wie Lupinen zu erfassen, Wildtiere zu beobachten oder Trockenstress bei Bäumen frühzeitig zu erkennen.
In Aura soll zudem ein Vorzeigeweidezaun entstehen. Dort sollen regionale Bilddaten gesammelt und ein frei zugängliches Erkennungsmodell entwickelt werden, das Nutztierhalter beim Umgang mit dem Wolf unterstützt.