Fabian Lenk liest in der Grundschule: Von Disney-Zoo bis Minecraft

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Fabian Lenk, einer der produktivsten und bekanntesten Kinderbuch-Autoren Deutschlands, las in der Bad Brückenauer Grundschule.
Fabian Lenk, einer der produktivsten und bekanntesten Kinderbuch-Autoren Deutschlands, las in der Bad Brückenauer Grundschule.
Michaela Queck

„Rechts!“ – „Links!“ – Nein, rechts!“ – „Geradeaus!“ – „Nein! Zurück!“: In der Aula der Grundschule am Kleinen Steinbusch geht es an diesem Freitagmorgen kurz nach 8 Uhr schon ziemlich hoch her. Lautstark dirigieren rund 70 Kinder der ersten und zweiten Klassen einen roten Punkt durch den Lageplan eines Zoos.

An die Wand geworfen hat den Plan kein Geringerer als Fabian Lenk, einer der produktivsten und bekanntesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Fast jede öffentliche Bibliothek hierzulande dürfte seine Bücher in der Ausleihe haben – zumindest Exemplare aus seiner Reihe „Die Zeitdetektive“, das sind Kinderkrimis mit geschichtlichem Hintergrund, heißt es in einer Pressemeldung.

Fabian Lenk lässt sich durch die Lautstärke und die verschiedenen Richtungsvorschläge nicht aus der Ruhe bringen. Souverän sorgt er dafür, dass die Schüler und Schülerinnen den Laserpointer auf die richtige Spur bringen und vor allem danach wieder so still und konzentriert sind, dass sie der Geschichte, die er liest, weiter gut folgen können. Das ist wichtig, schließlich sollen die Kinder zur Lösung des Falls beitragen.

In dieser ersten von drei Lesungen, die die Stadtbibliothek Bad Brückenau für die Grundschule am Folgetag des „Welttags des Buches“ organisiert hat, geht es um eine Geschichte aus dem Kosmos der Disney Villains, der Bösewichte. Lenk liest aus seinem Buch „1000 Gefahren: Ein tierisch guter Plan“. Die beiden Tollpatsche Horace und Jasper versuchen, in den Zoo einzubrechen. Das bleibt – bei ihrem mäßigen Geschick – den Tieren natürlich nicht verborgen. Nun geht es erst einmal darum, die Einbrecher zu stören und herauszufinden, was sie eigentlich nachts im Zoo wollen.

Die jungen Zuhörer und Zuhörerinnen schlüpfen dabei in die Rolle eines der cleveren Erdmännchen. Sie müssen eine Spur durch den Zoo verfolgen, eben den Laserpointer auf dem Lageplan, oder weitere projizierte Bilder so genau anschauen, dass sie die versteckten Hinweise zur Lösung des Falles finden.

Gemäß des Untertitels der Reihe „Du entscheidest selbst!“ bietet dieser Mitrate-Krimi auch verschiedene Wahlmöglichkeiten an, wie sich die Story entwickeln kann.

Mit den zweiten und dritten Klassen löst Fabian Lenk anschließend drei spannende Detektivrätsel aus der Leselöwen-Rätselkrimi-Reihe. Lenk macht einen Wettbewerb aus der Lesung. Er teilt zwei Mannschaften ein: Sein Publikum spielt gegen ihn, den Autor.

Drei Geschichten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad kündigt er vorab an: „Sollte ich merken, dass ihr zu schlau seid, wird es schwerer – ich will ja gewinnen!“ Am Ende tragen die Schüler und Schülerinnen einen knappen Sieg davon.

Die letzte der Lesungen führt die Kinder der dritten und vierten Klassen in die Welt des Computerspiels „Minecraft“. Die Hauptfiguren der Geschichte, Finn und Ela, schlagen sich durch die höllenartige Dimension des „Nether“, wo sie verschiedene Hindernisse und Schwierigkeiten überwinden müssen. Lenk outet sich selbst als begeisterten Gamer. Die Minecraft-Bücher seien sein Versuch, Gaming und Lesen zusammenzubringen.

Die Rektorin Carolin Erb-Heyne, bedankte sich herzlich bei der Kulturamtsleiterin Michaela Queck, dass sie von Seiten der Stadt Bad Brückenau diese Lesungen möglich gemacht hat. Auch Fabian Lenk machte zwischendurch immer wieder Werbung fürs Lesen, besonders für die Nutzung von Bibliotheken: Wer liest, so Lenk, sei besser in Deutsch, drücke sich besser aus, und komme damit auch besser in Fächern wie Geschichte, Biologie, Erdkunde, Religion zurecht. red