Hochschulpodium Vier südkoreanische Studenten der Hochschule für Musik Würzburg bringen den Kuppelsaal des Dorint Resort & Spa Bad Brückenau zum Klingen: Ungarischer Schwung trifft Tangofeuer.
Johannes Brahms entdeckte seine Liebe zur Musik der ungarischen Sinti und Roma schon früh, wie in einer Pressemitteilung des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau zu lesen ist. Es war die Freundschaft zu den ungarischen Geigern Eduard Reményi und Joseph Joachim, die ihn an dieses musikalische Genre heranführte – noch bevor er sich in Wien niederließ und dort regelmäßig den Csárdás-Kapellen im Prater lauschte.
Als Brahms 1861 die Partitur seines Klavierquartetts g-Moll opus 25 mit dem finalen „Rondo alla Zingarese“ an Joseph Joachim übersandte, gestand ihm der Ungar offen ein: Er habe ihm „auf seinem eigenen Territorium eine ganz tüchtige Schlappe versetzt“. Da Brahms um die große Popularität dieses Genres in der Donaumetropole wusste, wählte er dieses Werk, um am 16. November 1862 als Komponist und Pianist in Wien zu debütieren.
„Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires“
Ein solches Debüt geben im Rahmen der Konzertreihe „Hochschulpodium“ am Sonntag, 15. März, ab 19 Uhr im Kuppelsaal des Dorint Resort & Spa Bad Brückenau auch vier südkoreanische Studenten der Hochschule für Musik Würzburg. Chanhui Kwon (Violine), Haram Jung (Viola), Doyeon Kim (Violoncello) und Yumrim Lee (Klavier) studieren Kammermusik bei Denise Benda und Wolfgang Nüßlein.
Nachdem sie das gesamte Klangarsenal des „Rondo alla Zingarese“ mit großem Überschwang entfaltet haben – mit Rubato, Zymbalklängen, schmachtenden Melodien und dem rasend schnellen Csárdás –, folgt als zweiter Höhepunkt des Abends Astor Piazzollas „Las Cuatro Estaciones Porteñas“ (Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires) in einer Bearbeitung für Klavierquartett von Clint Edwards.
Piazzolla wollte mit diesen vier umfangreichen Tangos darstellen, wie sich die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel präsentieren, und schuf damit ein lateinamerikanisches Gegenstück zu Antonio Vivaldis berühmten „Vier Jahreszeiten“.
Ursprünglich waren sie aber nicht als Zyklus geplant: Ausgangspunkt war der „Verano porteño“ (Sommer in Buenos Aires), den Piazzolla bereits 1965 als Schauspielmusik zum Theaterstück „Melenita de Oro“ von Alberto Rodríguez Muñoz komponierte.
Vier Jahre später erweiterte der „Großmeister des Tango Nuevo“ dieses Werk zum vierteiligen Zyklus und bereicherte es effektvoll mit Elementen europäischer Barockmusik.