Auf Entdeckungstour

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Zur Erinnerung an die Zeitreise haben die Kinder ein Bild ihrer Traumburg gemalt, wofür die Jüngeren zur Belohnung ein Holzschwert erhielten.Wolfgang Mandery
Zur Erinnerung an die Zeitreise haben die Kinder ein Bild ihrer Traumburg gemalt, wofür die Jüngeren zur Belohnung ein Holzschwert erhielten.Wolfgang Mandery

Beim Ferienprogramm des Kulturlandschaftsprojekts Bad Bocklet konnten die Kinder in die spannende Welt der Frühgeschichte und des Mittelalters eintauchen. Bei einer Entdeckungstour zur Fliehburg am Altenberg reisten sie in die Vergangenheit. Der vermutete Verlauf der Ringwälle wurde abgegangen, der Berggipfel erklommen und die Schrift auf den historischen Grenzsteinen entziffert.

Dem Historiker Professor Peschek aus Würzburg zufolge könnten die Wälle auf die Urnenfelder-Zeit zurückgehen. Die Urnenfelderkultur der späten Bronzezeit bestand bis etwa 800 vor Christus und ist nach der Beisetzung in Urnen benannt. Der jüngste Abschnitt der Bronzezeit ging ebenfalls bis zu dieser Zeit, danach begann die Eisenzeit.

Der sogenannte Umlaufberg, der in einer Flussschlinge der Saale liegt, hat an der höchsten Erhebung 283 Meter und liegt damit 75 Meter über dem Tal. Damit bot sich für die damaligen Kelten eine leicht zu verteidigende Rückzugsmöglichkeit an.

Der Berg ist als Bodendenkmal eingetragen. Der ehemalige Kreisheimatpfleger Josef Wabra hat an einer Böschung dort gegraben und Überreste eines Walls, möglicherweise einer Pfostenschlitzmauer, gefunden.

Im Schatten der ältesten Mauern der ehemaligen Burg Aschach konnten anschließend die neun Kinder aus Großenbrach und Aschach viel über die Geschichte ihrer Heimat kennenlernen. Was gehört zu einer Burg? Was brauchte man in der mittelalterlichen Burg? Was ist eine Abschnittsburg? Gemeinsam gingen die Kinder diesen Fragen auf den Grund. Dabei probierten sie selbst aus, wie sich ein Kettenhemd anfühlt und wie viel Kraft es braucht, um die rund sechs Kilogramm zu tragen.

Beim Rundgang konnten sie erkennen, dass der alte – einst abgemauerte – Burghof nun zum Park hin geöffnet ist und viele Türme, Gräben und Bauten verschwunden sind. Vorhanden ist auch noch der Bergfried, der nun als Glockenturm dient.

Der Bau der Burg begann 1165 unter den Grafen von Henneberg. Zum Schloss wurde das Gemäuer erst, als der Besitz endgültig an die Fürstbischöfe vom Hochstift Würzburg überging, die diesen als Verwaltungssitz und Jagdschloss Anfang des 15. Jahrhunderts auswählten. Auf den mittelalterlichen Grundmauern wurde immer wieder – nach Zerstörungen und Umnutzungen – auf- und umgebaut.

 Wolfgang Mandery