Arbeitskreis hilft seit 20 Jahren beim Wechsel an weiterführende Schulen

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Das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises „Übertritt“ ist am Franz-Miltenberger-Gymnasium gefeiert worden.
Das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises „Übertritt“ ist am Franz-Miltenberger-Gymnasium gefeiert worden.
Christina Stanke-Berner

Wie kann man Kinder beim Übergang von der Grundschule an die weiterführenden Schulen so begleiten, dass Lernfreude und Motivation erhalten bleiben und der Neuanfang gelingt? Diese Fragestellung war im Jahr 2006 Anlass für die Gründung des Arbeitskreises „Übertritt“ am Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückenau, dessen zwanzigjähriges Bestehen am vergangenen Mittwoch in der Bibliothek gefeiert wurde, heißt es in einer Pressemeldung des Gymnasiums.

Das Gremium, das ursprünglich aus Lehrkräften des Gymnasiums und der Grundschulen bestand, erweiterte sich im Laufe der Jahre um Vertreter und Vertreterinnen aus der Realschule sowie der Mittelschule. Seit dem letzten Jahr gehören nun auch Erzieherinnen des Kindergartens Regenbogenland dazu. In regelmäßigen Treffen ging es stets darum, durch gegenseitige Unterrichtsbesuche die jeweilige Praxis kennenzulernen und Einblicke in die Schwerpunkte, aber auch in die Herausforderungen der Arbeit in den unterschiedlichen Schularten zu gewinnen.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Martin Steinel betonte Barbara Libner, Gründungsmitglied des Arbeitskreises und Organisatorin der Veranstaltung, in ihrem Rückblick, dass dabei ein wesentliches Ziel gewesen sei, Rückschlüsse für die eigene Unterrichtsgestaltung mitzunehmen, um Kinder besser fördern und Eltern stimmiger beraten zu können – gemäß dem Motto „Voneinander lernen, um gemeinsam Dinge voranzubringen“.

Fokus auf Bedürfnisse der Kinder

Mit dieser Initiative kam dem Arbeitskreis im Jahr 2006 eine Vorreiterrolle in Unterfranken zu im Bemühen, den Schulwechsel pädagogisch zu begleiten und den Fokus auf die Bedürfnisse der Kinder zu legen.

Bis heute ist dieses Anliegen maßgeblich, wenn sich die Mitglieder des Arbeitskreises zweimal jährlich treffen, um zu den verschiedensten Themen- und Fragestellungen zu arbeiten: Wie kann man auf das Verschwinden von Alltagskompetenzen reagieren? Welche Möglichkeiten gibt es, der abnehmenden Lesefähigkeit zu begegnen? Inwiefern birgt die zunehmende Digitalisierung der Kindheit Gefahren für die Konzentrations- und Merkfähigkeit der neuen Generation?

Im Rahmen der Feierstunde würdigte Dr. Christoph, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Unterfranken, diese Initiative als „Juwel“ und zeigte sich beeindruckt vom langjährigen Engagement vieler Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, die durch ihre gemeinsame Arbeit dazu beigetragen hätten, dass Vorurteile zwischen Bildungseinrichtungen abgebaut worden seien und echtes Verständnis füreinander habe entwickelt werden können. Dadurch sei eine Basis entstanden, auf der auch aktuelle Herausforderungen, die sich unter anderem mit der voranschreitenden Digitalisierung ergeben, gemeinsam angegangen werden können. Ausdrücklich wurde in diesem Zusammenhang auch die Unterstützung durch den Landkreis Bad Kissingen und durch die Stadt Bad Brückenau hervorgehoben, die in der Jubiläumssitzung durch die Stellvertretende Landrätin Brigitte Meyerdierks und den Bad Brückenauer Bürgermeister Jan Marberg vertreten waren und dadurch ihre Wertschätzung für die Arbeit an den örtlichen Schulen zum Ausdruck brachten.

Stärken entfalten

Aus dem gemeinsam Erreichten erwächst, da sind sich alle Anwesenden einig, großes Potenzial für zukünftige Projekte. Es geht darum, den Kindern von heute und morgen Sicherheit, Selbstvertrauen und gute Bindungen zu ermöglichen, damit sie ihre Stärken entfalten können. Das verlangt immer wieder Flexibilität und Offenheit, denn Ziel kann es nicht sein, Kinder an starre Strukturen anzupassen, sondern die Strukturen an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten. red