Die sommerliche Badesaison unter coronabedingten Hygieneregeln verlief gut. Jedenfalls besser, als das im Frühjahr, während des Lockdowns, zu erwarten war. Martin Lüders, der Geschäftsführer der Freizeit-GmbH, ist zufrieden mit der Auslastung des Badesees sowie des Campingplatzes und des Kanu-Verleihs. Nun richten er und sein Team das Augenmerk auf den Herbst und Winter, auf die Hallenbadsaison im AquaRiese. Sie haben sich darauf so gut es geht vorbereitet. Im weiten Umkreis ist das Staffelsteiner Freizeitbad eine der wenigen Einrichtungen, die geöffnet sind. Die Hallenbäder in Bamberg und Coburg bleiben weiter geschlossen. Das "Merania" in Lichtenfels ist zu den üblichen Zeiten geöffnet.

Für die Kanu-Vermieter, sagt Lüders, sei der schwankende Pegel des Mains wegen geringer Niederschläge in den vergangenen Jahren immer wieder problematisch. Bei der Freizeit-GmbH wirkte sich die Trockenheit jedoch kaum auf die Kanu- und Standup-Paddelsaison aus, resümiert Lüders. Weil damit schon im Vorfeld zu rechnen war, seien vor allem Paddeltouren auf dem Main zwischen Hausen und Lichtenfels angeboten worden. In diesem Abschnitt sei durch die Staumauer des Kraftwerks Hausen immer genügend Wasser im Flussbett. Zudem könnten die Paddler von hier aus Kloster Banz, den Staffelberg und Vierzehnheiligen bewundern - zusätzlich zum Wassersport auf dem naturbelassenen Fluss.

"Urlaub am Wasser"

Unter dem Motto "Urlaub am Wasser" seien die geführten Kanutouren beworben worden, die gut angenommen wurden. Einheimische Führer begleiteten die Paddler und wiesen auf landschaftliche und architektonische Sehenswürdigkeiten sowie gastronomische Besonderheiten hin. "Die Kanu-Saison lief gut", urteilt Lüders, "deshalb wollen wir das im nächsten Jahr wieder anbieten."

Ebenso zufrieden ist er mit der Sommersaison auf dem Campingplatz und am Badesee: "Im Juli und August ging's richtig los." Für September geht Lüders sogar von einer Steigerung der Übernachtungszahlen aus. Die hygienischen Anforderungen stellten hier kein Problem dar: "Den coronabedingten Abstand stellten wir über die Anzahl der Besucher und den Platz am See sicher." Am Badesee war die Obergrenze auf 1200 Besucher gleichzeitig festgelegt. Das konnte auf dem weitläufigen Geländes des Strandes gut eingehalten werden: "Wir rechneten zehn Quadratmeter pro Person." Zwar habe die Kontaktdatenerfassung am Eingang die Besucher zunächst ein wenig aufgehalten, doch sie zeigten dafür Verständnis. Martin Lüders: "Wir wollten den Leuten das Gefühl geben, dass sie Urlaub haben - trotz der Maskenpflicht im Eingangsbereich."

Ganz ohne Masken geht es nicht

Doch nun beginnt im Hallenbad die Herbst- und Wintersaison. Darauf hat sich das Team gründlich vorbereitet. "Hier reguliert sich alles über den Platz." Obwohl die Kapazität des Bades in normalen Zeiten um einiges höher ist, dürfen sich in den kommenden Monaten höchstens 150 Menschen gleichzeitig in den Badehallen und Umkleiden aufhalten. Auch hier werden die Gästedaten über ein Formular oder digital per QR-Code erfasst. Im Sommer habe man festgestellt, dass sich Menschen aller Altersgruppen lieber über ein Formular registrieren als mit dem Handy über einen QR-Code, sagt Lüders.

Ganz ohne Maskenpflicht im Umkleidebereich bis zu den Duschen wird es aber nicht gehen. "Im Bad setzen wir auf Abstand, das funktioniert ganz gut. Wichtig bleiben gegenseitige Rücksichtnahme, Verständnis und ein wenig Geduld", fasst Martin Lüders zusammen. Neu sei, dass ab sofort erst Kinder ab zwölf Jahren ohne Begleitung ins Bad gelassen werden.

Trainings- und Ausbildungsbeginn

Weil die großen Bäder in Nachbarstädten wie Bamberg und Coburg geschlossen bleiben, richten sich Martin Lüders und sein Team auf stärkeren Besucherzustrom in den kommenden Monaten ein. "Wir sind eines der wenigen Bäder, die geöffnet haben", sagt er. Inzwischen hätten sich schon Schwimmvereine aus dem weiteren Umkreis angemeldet, die ab nächster Woche ihren Trainings- und Ausbildungsbetrieb aufnehmen möchten. Deshalb sei ein Hygienekonzept ausgearbeitet worden, so dass die Schwimmer der Vereine in den Becken und Umkleiden eine Distanz zu den privaten Badegästen wahren können. Das Einhalten der Abstandsregeln werde mit optisch ausgewiesenen Einbahntrassierungen erreicht.

Auch die Schulen Ebensfelds und Bad Staffelsteins nutzen das Bad wieder für den Schwimmunterricht. Wasserwacht und DLRG, die bisher im Freien an den Badeseen trainierten, beginnen nun ihre Ausbildungseinheiten im Hallenbad.

Animationen für Kinder

Im Oktober, fährt Lüders fort, werde der Animationsbetrieb wieder aufgenommen. Dazu zählen das Wettrutschen und die Schnuppertauchstunden für Kinder. Angeboten werden im AquaRiese ab dem nächsten Monat zudem Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene. Martin Lüders ist zuversichtlich: "Wir möchten nun wieder in unseren Normalbetrieb kommen."