Veronika Schadeck

Am Donnerstagabend gab es eine freudige Nachricht für das Seniorenheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Marktrodach: So ergab der zuletzt am Mittwoch vorgenommene Reihentest, dass alle 103 Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims keine Covid-19-Infektion mehr aufweisen. Alle sind negativ getestet und somit coronafrei.

"Es ist, als ob eine Menge Ballast von mir abgefallen ist", versucht ASB-Kreisgeschäftsführer Roland Funk seine Gefühlslage zu beschreiben. In den letzten Wochen habe ihn stets die Sorge um die Bewohner und um die Mitarbeiter umgetrieben, gesteht er. Umso mehr habe er diese positive Nachricht mit Freude und Erleichterung aufgenommen.

Ein großes Lob für das Team

Die letzten Wochen seien eine Kraftanstrengung aller Beteiligten gewesen, erinnert er sich. Am 8. Dezember waren die ersten Verdachtsfälle von Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtung im Rahmen von Schnelltests bekannt geworden. Seitdem wurden im ASB-Pflegeheim vier Reihentests und mehrere Schnelltests durchgeführt. "Ich bin erleichtert, dass der sechs Wochen umfassende Ausnahmezustand nun ein Ende gefunden hat!", sagt Funk.

Es sei nicht einfach gewesen, während dieser Zeit alle Dienste im Marktrodacher Seniorenheim mit eigenem Personal abzudecken. Oftmals hätten die Mitarbeiter Zusatzdienste übernommen. Deshalb könne er sein Team nur loben, das in Eigenregie und mit großer Kraftanstrengung und Zusammenhalt diese Herausforderung bewältigt habe. Funk: "Darauf bin ich stolz! Für mich ist das keine Selbstverständlichkeit!"

Als Anerkennung und Wertschätzung werde jedem Mitarbeiter mindestens ein Tag Sonderurlaub gewährt, die Mitarbeiter der betroffenen Corona-Station erhielten zwei Tage Sonderurlaub. "Das ist ein kleines Zeichen des Dankes. Wir wollen somit den Mitarbeitern ein Stück Freizeit zurückgeben!" Funks Dank gilt aber auch dem Führungsteam des ASB-Seniorenheims und vor allem auch den Angehörigen, die während dieser schwierigen Wochen großes Verständnis für die Situation und die damit verbundenen Maßnahmen gezeigt hätten.

Wie bereits berichtet, hatten sich 25 von 27 Bewohnern der beschützenden Station und 18 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Es konnte trotz dieser Zahlen vermieden werden, dass sich das Infektionsgeschehen im gesamten Haus ausbreitete. An den Weihnachtsfeiertagen waren noch 14 Mitarbeiter in Quarantäne und drei weitere fielen krankheitsbedingt aus, sagt Funk. Leider, so bedauert er, starben sieben Bewohner während dieser schlimmen Zeit an beziehungsweise mit dem Coronavirus.

Moralische Unterstützung

Roland Funk äußert sich zudem dankbar für die "große Wertschätzung, Mitgefühl und Austausch", die die Einrichtung von anderen Wohlfahrtsverbänden und Betreibern im Landkreis Kronach erfahren habe. Besonders froh sei das Marktrodacher Team gewesen, als es zu Beginn des Corona-Ausbruchs vom Pflegeheim "Sonnenblick" in Küps und dem Caritas-Pflegeheim in Wallenfels "moralisch mit Verpflegung" unterstützt wurde. Und erwähnt Funk das Gesundheitsamt, so spricht er von einem vorbildlichen Austausch und Absprachen: "Wir wurden zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch während der gesamten Feiertage unterstützt."

Zurück zum Normalbetrieb

Jetzt gilt es, nach vorne zu blicken. In den nächsten Tagen soll im ASB-Seniorenzentrum wieder zum Normalbetrieb wie vor dem Corona-Ausbruch zurückgekehrt werden. Ab 1. Februar sollen sogar wieder Besuche organisiert werden können.

Durch die Impfungen, erläutert Roland Funk, hoffe der ASB-Kreisverband demnächst wieder auf ein Stück Sicherheit. Die erste Corona-Impfung wurde bereits am vergangenen Samstag durchgeführt, die Zweitimpfung ist für 30. Januar anberaumt. Bis dahin werden aber alle weiterhin sehr vorsichtig sein und die bestehenden Schutz- und Hygienekonzepte konsequent umsetzen. "Und danach hoffen wir wieder auf ein Stück Normalität in unseren Pflegeheimen!"