Auf dem Platz gibt es keine Probleme - nur pfeifen will kaum einer mehr

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Kreisspielleiter Gottfried Bindrim (rechts) überreichte jeweils 500-Euro-Schecks der Egidius-Braun-Stiftung an (von links) Holger Gundermann (FC Knetzgau), Matthias Schärf (FC Gerolzhofen) und Duvan Orhan (Türkgücü Schweinfurt). Foto: privat
Kreisspielleiter Gottfried Bindrim (rechts) überreichte jeweils 500-Euro-Schecks der Egidius-Braun-Stiftung an (von links) Holger Gundermann (FC Knetzgau), Matthias Schärf (FC Gerolzhofen) und Duvan Orhan (Türkgücü Schweinfurt). Foto: privat

Alles in bester Ordnung, es gab keine negativen Ereignisse. So lässt sich die Spielgruppentagung der Fußballer aus den Haßbergen in Dampfach im Grunde zusam...

Alles in bester Ordnung, es gab keine negativen Ereignisse. So lässt sich die Spielgruppentagung der Fußballer aus den Haßbergen in Dampfach im Grunde zusammenfassen. Die Vereine ziehen in allen Bereichen mit, die Sportgerichtsfälle gehen zurück, selbst in der "Fair-Play-Tabelle" nimmt der Fußballkreis Schweinfurt in Unterfranken eine herausragende Stellung ein. Wenn da nicht die Schiedsrichter wären, von denen es nicht genügend gibt, um sämtliche Spiele zu besetzen.
Um dieses Problem zu erörtern, war mit Horst Knorpp eigens der Kreis-Schiedsrichterobmann aus Niederwerrn ins Dampfacher Sportheim gekommen. Betroffen vom Schiedsrichtermangel waren im Kreis Schweinfurt zwar "nur" die B-Klassen, da allerdings mussten etliche Partien ohne offiziellen Unparteiischen ausgetragen werden. "Jahrelang", so Knorpp, "haben die Schiedsrichtergruppen den Nachwuchs gefördert und nicht auf die ,Alten‘ geachtet. 1#googleAds#100x100 Jetzt bleibt der Nachwuchs aus, und die ,Alten‘ sind weg", kritisierte der Schweinfurter Ober-Schiedsrichter auch seine Funktionärsriege. Es sei dringend nötig, neue Schiedsrichter zu bekommen. Dass dies aber nicht so einfach ist, wisse auch er.
Hauptsächlich sei es das Verhalten von Spielern, Trainern, Funktionären und Zuschauern gegenüber den Schiedsrichtern, das einem dieses Hobby verleide. Josef Raab, Schiedsrichter-Obmann in den Haßbergen, blieb nach den umfassenden Ausführungen seines Chefs nur noch der Hinweis, dass sowohl in der Gruppe Haßberge als auch in der Gruppe Gerolzhofen am 16. September in einem Neulingslehrgang frische Nachwuchs-Schiedsrichter herangezogen werden sollen. Durch einen verstärkten Austausch zwischen den einzelnen Gruppen hoffe er, dass in der kommenden Saison wieder sämtliche Partien mit amtlichen Schiedsrichtern besetzt werden können.
Kreisspielleiter Gottfried Bindrim blickte zufrieden auf die abgelaufene Saison zurück. Das Pilotprojekt "Live-Ticker in der Kreisliga 1" sei mit einer Quote von 67 Prozent "erfreulich" verlaufen. In der Schweinfurter Kreisliga 2 habe man knapp 25 Prozent aller Partien im Live-Ticker verfolgen können. Zusätzlich soll es ab kommender Saison auch einen "Fan-Ticker" für jedermann geben.
Hocherfreut zeigte sich Bindrim über die Fair-Play-Tabelle, die unterfrankenweit erstellt wurde. Auf den ersten acht Plätzen befinden sich sechs Vereine aus dem Spielkreis Schweinfurt, mit dem SV Ebelsbach und dem TSV Limbach II sind auch zwei Haßberg-Vereine ganz vorne dabei.
Überhaupt scheint die Fairness auf dem Fußballplatz langsam die Oberhand zu gewinnen. Günther Stottele vom Kreissportgericht hatte nur einen richtig gravierenden Fall auf dem Tisch, als ein Spieler einem Schiedsrichter Gewalt angedroht hatte. Dafür gab es sieben Monate Sperre. Insgesamt seien die Sportgerichtsfälle aber rückläufig, 430 Urteile hatten Stottele und seine Beisitzer zu fällen. Davon allerdings betrafen "nur" rund die Hälfte Spieler. Funktionäre und Zuschauer machen die anderen 50 Prozent aus.
Kreisspielleiter Bindrim wies auf die zahlreichen Regeländerungen hin, mit denen die Vereine aber der kommenden Saison konfrontiert werden. Außerdem werden in den Kreis- sowie A- und B-Klassen aber der Saison 2017/18 nur noch 14 Mannschaften spielen, der Saisonstart erfolgt dann in diesen Klassen zwei Wochen später. red