Im Rahmen des "Klima-Arboretum"-Projekts soll in einem Versuchspflanzgarten getestet werden, welche Bäume besser mit den Klimaveränderungen zurechtkommen. Damit beschäftigte sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung.
Veronika Schadeck Im Wald zwischen Langenau und Schauberg soll ein "Klima-Arboretum"-Projekt durchgeführt werden. Somit bekommt der Markt neben dem Tropenhaus und Flakonglasmuseum ein weiteres und einmaliges Leuchtturmprojekt im Landkreis. Das teilte der Revierleiter Martin Körlin am Montagabend in der Gemeinderatssitzung dem Gremium mit.
Worum geht es? Beim "Klima-Arboretum" handelt sich um einen Versuchspflanzgarten von rund 10 000 Quadratmetern, der in acht umzäunten Parzellen zu je 1000 Quadratmetern unterteilt wird. Den Worten Körlins zufolge sollen auf jeder Fläche jeweils rund 250 Bäume einer Art gepflanzt werden. Diese sollen im Laufe der Jahre Aufschluss darüber geben, ob diese Arten in der Region angebaut werden können.
Flächen für Wildwechsel
Zwischen den einzelnen Parzellen sollen Flächen für Wildwechsel geschaffen werden. Entstehen soll zudem ein Informationspfad und eine Zufahrt zu dem Areal. Wie Körlin weiter berichtete, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Es geht darum, zu erforschen, welche Bäume im Jahre 2100 auf unseren Böden wachsen und gedeihen: "Es geht um die Bäume der Zukunft."
Körlin ging auf die aktuelle Problematik wie Klimaveränderung, Borkenkäfer ein. Das erfordere einen Waldumbau. Durch den starken Käferbefall und der Trockenheit seien in der jüngsten Vergangenheit Kahlfläche entstanden. Er sprach davon, dass die Niederschlagsmengen in der Rennsteig-Region geringer als beispielsweise im südlichen Landkreis seien. Außerdem dringe der Regen nicht in ausreichender Menge in die Böden ein.
Hinzu komme, dass aufgrund der sauren Böden die Bäume nur mangelhaft mit notwendigen Nährstoffen versorgt werden. "Im Wald passiert etwas, was wir noch nicht erlebt haben. Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringt", so Körlin.
Der Revierleiter wies darauf hin, dass die Anzahl von Baumarten, die künftig in der Region gedeihen könnten, begrenzt sei. Man will nun die Baumarten wie Atlas-Zeder, Nordmanntanne, Birke und Eiche zu testen.
Ist es die Eiche?
Körlin ist überzeugt, dass die Eiche sich den klimatischen Veränderungen und Bodenverhältnissen mit am besten anpassen wird. "Wir werden ein Eichenland werden!" Rund 30 000 Euro investiert der Freistaat in dieses Projekt, das überregionale Bedeutung haben wird. Er wies darauf hin, dass sich auch Fachleute und Wissenschaftlicher mit dem "Klima-Arboretum Tettau" auseinandersetzen und teilweise vor Ort die Entwicklung der "Bäume der Zukunft" beobachten werden.