Die Stimmen von Bürgermeister Gerhard Bauer (WGH) und der anderen Gemeinderäte in Hallerndorf klingen gedämpft: Kein Wunder, tragen sie doch vorschriftsmäßig die FFP2-Masken im Rathaussaal. Nur wer einen Schluck Wasser oder Apfelschorle trinkt, zieht sie ein kleines bisschen zur Seite. Die Tagesordnung ist aufs Wesentliche beschränkt: "Wir wollen die Sitzung so kurz wie möglich halten", versichert Bauer.

Liapor baut Lagerhalle

Die Gemeinderäte genehmigen daher einstimmig den Bauantrag zur Errichtung einer Lagerhalle auf dem Gelände der Firma Liapor, direkt am Kanal, "in der Hoffnung, dass die Staubbelastung damit wieder ein kleines bisschen weniger wird", sagt der Bürgermeister.

Architekt Mario Zorn stellt das Konzept für betreutes Wohnen in Willersdorf und Trailsdorf vor, ein Konzept, das Tagespflege, betreutes Wohnen, ambulante Betreuung und eine 24-Stunden-Pflege vereint. "Damit wollen wir zunächst klären, ob das für unsere Gemeinde interessant ist", weist Bauer darauf hin, dass es als Zukunftsprojekt anstelle eines Altenheimes eine interessante Alternative sei.

Jetzt gehe es nur darum, zu zeigen, was möglich wäre. Er unterbricht damit eine Diskussion der Gemeinderäte, die bereits tief in die Details einsteigen wollen. Genauer werde es erst in einer der kommenden Sitzungen.

Die Kanalgebühren werden zunächst in der bisherigen Höhe von 1,50 Euro pro Kubikmeter Abwasser belassen, entschieden nach einer Diskussion die Gemeinderäte. Während die einen lieber den Beitrag anheben und damit einen weiteren Puffer für die anstehende Sanierung aufbauen wollten, plädierten andere dafür, erst die dafür nötigen Kosten abzuwarten und dann die Gebühren anzupassen.

Das Büro Dr. Schulte/Röder Kommunalberatung hatte errechnet, dass die Gebühren auf 1,56 Euro pro Kubikmeter steigen müssten. Für den Zeitraum zwischen 2017 bis 2020 war ein Defizit von 47 000 Euro entstanden. Rund 15 000 Euro Defizit seien für 2021 zu erwarten, mutmaßte Bauer. Gut 300 000 Euro an Rücklagen für die Abwasserbeseitigung sorgten allerdings für ein gutes Polster.

Die relativ kurze Zeit bis zur Neuberechnung der Gebühren nach der Sanierung hält Werner Fischer (WG Hallerndorf) für vertretbar und plädierte dafür, lieber präzise Zahlen abzuwarten. Claudia Kraus (WG Trailsdorf) würde dagegen die Gebühren lieber anheben und die Rücklagen damit aufpolstern.

Schlussendlich bleibt jedoch zunächst alles so, wie es ist. Sobald das Kanalnetz begutachtet und daraufhin ein Sanierungskonzept erstellt wird, werden auch die Gebühren neu berechnet, versicherte der Bürgermeister.

Für einen möglichen Waldkindergarten gebe es aktuell keinen Bedarf, informierte Bürgermeister Gerhard Bauer. Lediglich fünf Anmeldungen stehen 21 möglichen Plätzen gegenüber. Er kündigte an, dass es im Herbst diesbezüglich eine neue Abfrage geben werde, eventuell sei dann die Nachfrage größer.

Bis zum 28. Februar können sich Vereine und andere Verbände mit ihren Projekten für das Regionalbudget der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) bewerben. Gerhard Bauer erinnerte an den Abgabetermin. Im vergangenen Jahr hatte die Kommune mit den bereitgestellten Mitteln einen Bürgerbus und Biertischgarnituren angeschafft.

In der zweiten Februarhälfte soll eine mobile Impfstation nach Hallerndorf kommen, kündigte der Bürgermeister an.