Zu Beginn des zweiten Quartals spürt man die Auswirkungen des anhaltenden Lockdowns am Arbeitsmarkts in der Region Main-Rhön erstaunlich wenig, heißt es im Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Die typische konjunkturelle Frühjahrsbelebung erfolgte, trotz der Covid-19-Pandemie. So waren im April 8480 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 494 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 3,6 Prozent im März auf 3,4 Prozent im April. Im Landkreis Bad Kissingen waren 2023 Menschen ohne Arbeit, die Quote beträgt 3,5 Prozent (minus 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat).

"Entgegen aller Rückschläge in der Corona-Pandemie erholt sich der regionale Arbeitsmarkt weiter. Im Vergleich zum Vormonat und Vorjahresmonat sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung rückläufig. Generell verbessern sich die Perspektiven am regionalen Arbeitsmarkt. Es gab eine spürbare Frühjahrsbelebung und dies, obwohl die Infektionen steigen und die Einschränkungen für einige Wirtschaftsbereiche nach wie vor bestehen. Das Frühjahr ist allgemein eine gute Zeit am Arbeitsmarkt. Sobald das Wetter sich bessert, wird wieder verstärkt in den Außenberufen gearbeitet. Darüber hinaus verzeichnen das verarbeitende Gewerbe sowie das Baugewerbe eine positive Auftragslage. Auch die Industriebetriebe exportieren wieder international und greifen immer weniger auf Kurzarbeit zurück. Beflügelt von dieser Entwicklung stellen die regionalen Betriebe wieder verstärkt ein. All diese Faktoren unterstützen die Erholung der regionalen Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch", erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

Im April 2020 lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent und die Arbeitslosigkeit ging deutlich um 644 Personen zurück. Nahezu alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen konnten im Vergleich zum Vorjahr von dem Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren.

Die Folgen des zweiten Lockdowns haben am lokalen Arbeitsmarkt kaum Spuren hinterlassen. Allerdings ist die Personengruppe der 2590 langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind) im Vergleich zum Vorjahr um 696 Personen (plus 36,7 Prozent) deutlich angestiegen. Dies ist eine Folge der Pandemie, schreibt die Agentur.

Kurzarbeit

Trotz der Auswirkungen des anhaltenden Lockdowns sanken, wie bereits im Vormonat, im April die Anzeigen zur Kurzarbeit. Bis auf wenige Ausnahmen hatten alle Betriebe, welche von den Schließungen betroffen sind, bereits Kurzarbeit angezeigt. Die Kurzarbeit bleibt dennoch der rettende Anker für viele Unternehmen. Seit Anfang dieses Jahres gingen von 2586 Betrieben im Arbeitsagenturbezirk Schweinfurt Kurzarbeitsanzeigen für 32 019 Arbeitnehmer ein. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Rückgang von 295 Betrieben und 5988 Arbeitnehmern. Dies entsprach rund einem Viertel der 10 955 Unternehmen und knapp einem Fünftel der 178 411 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in unserer Region.

Vor einem Jahr zeigten rund ein Drittel der Betriebe für gut ein Viertel ihrer Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Eine Anzeige wird oft auch vorsorglich gestellt. Daraus lässt sich nicht schließen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in Kurzarbeit waren und in welchem Stundenumfang. Diese Angaben liegen erst mit Zeitverzögerung vor, erläutert die Agentur.

Für die tatsächlich eingetretene Kurzarbeit tritt der Betrieb mit der Lohnabrechnung in Vorleistung und muss danach bei der Agentur für Arbeit für den jeweiligen Monat einen Antrag auf die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes stellen. Aktuelle Hochrechnungen der amtlichen Statistik zur realisierten Kurzarbeit der regionalen Unternehmen liegen bis Dezember vor. Demnach wurde im Dezember für 1874 Betriebe und 14 627 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Die Kurzarbeiterquote für Dezember lag über alle Branchen hinweg bei 8,2 Prozent. In der Spitze, im Mai 2020, lag diese noch bei 21,6 Prozent.

"Manche Firmen sind aufgrund der unsicheren zukünftigen wirtschaftlichen Lagen etwas vorsichtiger bei der Meldung von Ausbildungsstellen. Dennoch wird der Fachkräftemangel weiterhin zunehmen, weshalb gerade jetzt die Ausbildungsbereitschaft wichtiger denn je ist", erklärt Stelzer die aktuelle Lage. red