Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt neigte sich im Dezember ihrem Ende zu. Erstmals seit drei Monaten sorgte der nahende Winter im Dezember wieder für einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In den vergangenen vier Wochen erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 2,9 Prozent. Im Landkreis Kronach erhöhte sich im Dezember die Zahl der Arbeitslosen zum Start in die kalte Jahreszeit lediglich um 11 Personen bzw. 0,8 Prozent auf 1375 Personen.

Quote klettert um 0,1 Prozent

Im Vorjahr war der Dezember-Anstieg im Landkreis Kronach mit 54 Personen deutlich höher ausgefallen. Die Arbeitslosigkeit liegt jedoch um 15,4 Prozent (+183 Menschen) über dem Vorjahresniveau. In den letzten vier Wochen verloren 16,9 Prozent weniger Menschen ihre Beschäftigung als vor einem Jahr. Gleichzeitig fanden 14,1 Prozent mehr einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Kronach erhöhte sich seit November um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent).

Aus dem Landkreis Kronach wurden im Dezember 137 versicherungspflichtige Stellenangebote beim Arbeitgeberservice gemeldet, eine mehr als 2019. Im Bestand gibt es aktuell mit 602 Stellen lediglich 1,1 Prozent (-7) weniger als im Vorjahr.

In der Vorweihnachtszeit beginnen sich zunehmend Arbeitnehmer aus den witterungsabhängigen Außenberufen arbeitslos zu melden. Die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels umfasst, wuchs daher um 1,8 Prozent (+219) auf 12 514 Menschen. Obwohl die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie spürbar andauern, fiel der saisonal übliche Anstieg nur gut halb so groß aus wie im Vorjahr. Im Dezember haben sich 1346 Personen arbeitslos gemeldet, 10,4 Prozent (-157) weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig fanden 963 Menschen eine neue Beschäftigung, 18,5 Prozent mehr (+150) als im Vorjahr.

Kronach im Vergleich

Die einzelnen lokalen Arbeitsmärkte reagieren jedoch in Bezug auf die Intensität unterschiedlich. Der Landkreis Bamberg verzeichnete den größten Anstieg (+4,5 Prozent), gefolgt von der Stadt Bamberg (+2,5 Prozent), den Landkreisen Coburg (+2,3 Prozent), Kronach (+0,8 Prozent), Forchheim (+0,6 Prozent) und Lichtenfels (+0,2 Prozent). In der Stadt Coburg sank die Arbeitslosenzahl um 0,5 Prozent.

Nach Einschätzung von Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, kamen aus dem Baubereich zunehmend Meldungen für den anstehenden Winter. Jedoch hätten sich viele nur vorsorglich arbeitssuchend registriert. Eine für die Jahreszeit verhältnismäßig milde Witterung und die weiterhin stabile Auftragslage im Handwerk hätten dafür gesorgt, dass Kündigungen zur Überbrückung der kalten Jahreszeit bisher noch größtenteils ausblieben. Brigitte Glos weiter: "Der bereits im November begonnene Lockdown light wirkte sich nur unwesentlich auf die Meldungen aus. Neun Monate nach dem Ausbruch der Pandemie erfolgte mitten im Weihnachtsgeschäft im Dezember der zweite harte Lockdown. Anders als im Frühjahr kam es bisher jedoch zu keiner Entlassungswelle. Stattdessen spüren wir einen deutlichen Anstieg bei den Anträgen auf Kurzarbeit. Die Folgen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit werden frühestens im Januar spürbar werden. Dann treffen sie auf den jährlich wiederkehrenden Gipfel der saisonalen Entlassungen in den Bauberufen. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl um gut 2 000 Personen in diesem Monat wäre für die Jahreszeit nicht unüblich." red