Auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen gastierte der palästinensisch-libanesische Wahlwiener Oud-Meister und Komponist Marwan Abado gemeinsam mit dem Percussionisten Amirkasra Zandian im Stadtschloss. Bei genauerer Betrachtung entpuppte sich das Konzert als Wahlveranstaltung.
"Wir bringen Kultur in den Wahlkampf", sagte Valentin Motschmann, Vorstandssprecher der Grünen. Das Konzert sollte aufzeigen, dass Frieden, globale Gerechtigkeit und Menschenrechte ein wichtiges Ziel von Politik sind.
Marwan Abados Instrument ist die Oud, die arabische Kurzhalslaute. Sie gilt als Vorläufer der europäischen Laute. Die Oud verkörpert am besten die Klangsprache der arabischen Musik und genießt im Vergleich zur abendländischen Musik eine ähnliche Stellung wie das Klavier. Sein kongenialer Begleiter an diesen Abend ist der in Teheran geborene Amirkasra Zandian, der die persische Handtrommel und die ebenfalls persische Rahmentrommel spielt.


Viele Lieder handeln von Liebe

Zu Gehör kommen Lieder und Texte, die von klangmalerischer Poesie geprägt sind. Das Publikum im vollbesetzten Stadtschloss lauscht den nicht alle Tage zu hörenden Klängen. "Wir ziehen die Hoffnung groß" heißt das Programm, in dem neben einem uralten Lied aus Gaza mit dem Titel "Gott möge alle Reisenden nach Hause bringen" auch eine Suite eines osmanischen Dichters zu hören ist.
Viele arabische Lieder handeln von der Liebe. "Bei so vielen Liebesliedern sollte es eigentlich keine Kriege mehr geben", sagt Marwan Abado, der eigentlich keine Liebeslieder im Programm hat. Den Text hat ein libanesischer Freund geschrieben, die Musik dazu Marwan Abado. Ein Satz daraus lautet "Dich, du Schöne, liebe ich". Ein Lied, dessen Schönheit eine besondere Poesie verbreitet und bei manchen der Sprache mächtigen Zuhörerinnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Eine berührende Poesie, der sich niemand im Stadtschloss entziehen kann, zumal Marwan Abado den Deutschen den Text des Liedes erklärte, das vom Geschenk des Lebens handelt.
Marwan Abado, Vater zweier Kinder , ist in beiden Welten zu Hause. Sein leichter Plauderton will Grenzen überbrücken, die Unterschiede erklären. Eine westliche Frau wird eher etwas befremdlich auf den Vergleich reagieren, sie sähe wie ein Vollmond aus. Anders dagegen im orientalischen Raum. Da gilt der Vergleich einer schönen Frau mit dem Mond als höchstes Kompliment. Auch nachdenkliche Texte kommen an diesem Abend zu Gehör. Darunter auch der Text einer syrischen Frau, die heute in Berlin lebt und die Geschichte von einem Mann, der sich als eine Mischung aus Pessimist und Optimist beschreibt. Am nachhaltigsten dürfte aber eines der letzten Musikstücke in Erinnerung geblieben sein. Eine Mischung aus rasantem Stepptanz und mongolischen Obertonklängen.
Mit einer Spende unterstützte der katholische Frauenbund das Konzert, wie dessen Vorsitzende Annemarie Böhm erklärt.