In wenigen Tagen wird Andreas Oppel 80 Jahre alt und diesen runden Geburtstag hat der Maler und Fußballer zum Anlass genommen, am Kirchweihsamstag, 29. Juli, zu seiner wohl letzten Vernissage einzuladen, die den Titel "75 Jahre Lebenswerk Andreas Oppel" trägt.
Das Malen war neben dem Fußball die große Leidenschaft des gebürtigen Marktschorgasters, bereits im zarten Alter von fünf Jahren begann der Autodidakt mit dem Malen. Oppel merkte sehr bald, dass er Talent zum Malen hat. Mit zehn Jahren bekam er seinen ersten Farbkasten zum Geburtstag geschenkt, als 14-Jähriger verdiente er sich mit Schneeschaufeln ein Taschengeld, um sich die ersten Ölfarben zu kaufen und das Malen begann Oppel mit Tier- und Landschaftsbildern.
Oppel ist einer jener glücklichen Menschen, dem sein Talent zum Malen einfach in die Wiege gelegt wurde. Von klein auf hat er sich der Malerei verschrieben, schuf mehr als 1000 Bilder. Viele seiner Bilder zeigen Replikate alter Meister wie Rembrandt, Dürer oder Spitzweg. Aber auch kleine Miniaturbilder mit winzigen Details zogen ihn in den Bann.
Oppel: "Seit 75 Jahren ist Malen meine Leidenschaft. Grund genug, um ein Fazit zu ziehen und mein malerisches Lebenswerk nochmals in Form einer Jubiläumsausstellung aufzuzeigen. Dabei möchte ich den Besuchern meiner Ausstellung das gesamte Spektrum meiner Malerei präsentieren, mit dem Schwerpunkt Tier- und Landschaftsmalerei."
1957 begann Oppel in Bayreuth eine Lehre als Porzellanmaler und durch dieses Handwerk entdeckte er seine große Liebe zu den alten Meistern, die er auf Porzellan kopierte. Oppel: "Das war äußerst schwierig, aber ich hatte Erfolg damit." Er begann dann Studien mit Ölfarben von Motiven alter Meister wie etwa Rembrandts "Nachtwache" oder Menzels "Flötenkonzert" und Werken von Carl Spitzweg, der die Malerei auch als Autodidakt lernte.
Besonders die Bilder Rembrandts mit ihrem außergewöhnlichen Licht- und Schattenspiel faszinierten Oppel immer wieder aufs Neue. Kein Blatt Papier, kein Zeichenstift war vor ihm sicher. Freunde, so erzählt er, hätten ihn gern auf die Kunstakademie geschickt und auch die Kosten im Voraus aufgebracht. Doch sein Vater war noch in Kriegsgefangenschaft und deshalb war das Wagnis für seine Mutter zu groß.
Seine Leidenschaft zur Malerei blieb bis zum heutigen Tag, auch wenn er nur noch selten zum Pinsel greift. Andreas Oppel stellte seine Werke in vielen Städten der Region und auch darüber hinaus aus. Mit Werken von Landschafts-, Tier- und Blumenmotiven und immer wieder mit Kopien alter Meister. Dazu zählten auch Miniaturmalereien, die Andreas Oppel schon in seiner Arbeit als Porzellanmaler mit Ölfarben beherrschte. Eine große Leidenschaft war auch die Tiermalerei, vorwiegend mit afrikanischen Motiven.
Oppel: "Ich habe oft Tag und Nacht in meiner Bude gemalt. Aber das Malen hat mir nicht nur innere Ruhe, sondern auch Freude gegeben." In seiner Jubiläumsausstellung sind an die 100 Bilder zu besichtigen.