An mancher Ecke holpert es noch

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Neue Fahrradständer kommen hinzu, wie hier am Marienplatz.
Neue Fahrradständer kommen hinzu, wie hier am Marienplatz.
Signalrote Bodenbeläge sorgen für mehr Sicherheit.
Signalrote Bodenbeläge sorgen für mehr Sicherheit.
 
Der Bereich Stöhrstraße/Rodacher Straße bleibt für Radfahrer eine gefährliche Ecke. Fotos: Sandra Hackenberg
Der Bereich Stöhrstraße/Rodacher Straße bleibt für Radfahrer eine gefährliche Ecke.  Fotos: Sandra Hackenberg
 
Das zweite Teilstück des Radwegs steht in diesem Jahr an.
Das zweite Teilstück des Radwegs steht in diesem Jahr an.
 
Kronachs Radfahr-Verkehrsbeauftragter Johannes Meitner zeigt das 1,3 Kilometer lange fertige Teilstück.
Kronachs Radfahr-Verkehrsbeauftragter Johannes Meitner zeigt das 1,3 Kilometer lange fertige Teilstück.
 

Damit die Stadt Kronach fahrradfreundliche Kommune wird, gilt es noch manchen Stolperstein zu beseitigen. Vieles hat sich schon verbessert, die großen Wunder dauern ein wenig länger.

Der Landkreis Kronach verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz, das sich besonders in Corona-Zeiten auch bei Einheimischen großer Beliebtheit erfreut. Doch wie sieht es in der Kreisstadt aus? Dort lauern mitunter Stolperfallen, Hindernisse und unübersichtliche Verkehrsführungen, die schnell zu brenzligen Situationen zwischen Fußgängern, Rad- und Autofahrern führen können.

Eine Rundfahrt durch die Innenstadt zeigt: An vielen Ecken besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Doch es gibt auch Stück für Stück Verbesserungen auf den Straßen, die dafür sorgen sollen, dass mehr Kronacher aufs Zweirad umsteigen.

1 Geplant ist ein Radweg von Ruppen bis in die Stadt, der sich auf dem alten Bahndamm unter der Loewe-Brücke, über das Gelände der neuen Finanzfachhochschule bis zum LGS-Gelände erstrecken soll und besonders Pendlern zugutekommt, die in der Stadt arbeiten. Das erste 1,3 Kilometer lange Teilstück bis zur Loewe-Brücke ist fertig, das zweite bis zum Finanzhochschulen-Gelände soll in diesem Jahr folgen. "Im kommenden Jahr kann voraussichtlich das dritte Teilstück gebaut werden", hofft der Radfahr-Verkehrsbeauftragte der Stadt, Johannes Meitner. Die Arbeiten übernimmt der Bauhof. Der Weg dient Radfahrern als sichere Ost-West-Tangente im Stadtgebiet, da stark frequentierte Straßen umfahren werden können.

2 Für Verwirrung bei Radfahrern wie Stadtratsmitglied Martina Zwosta (Frauenliste) sorgt der Bereich zwischen der Kreuzung Johann-Nikolaus-Zitter-Straße/Friesener Straße und Frankenwaldklinik. In Richtung Innenstadt dürfen Radfahrer wieder auf dem Gehsteig fahren, was durch ein entsprechendes Symbol gekennzeichnet ist. Vorsicht ist jedoch besonders an den Grundstücksausfahrten geboten.

Die Regelung endet jedoch auf Höhe des Kaiserhofs. Zwosta merkt an: "Dann muss ich versuchen, über das Kopfsteinpflaster Richtung Marienplatz zu kommen. Spätestens dort ist mir der Inhalt meines Fahrradkorbes abhandengekommen, wenn ich nicht schon vorher vom Rad gefallen bin." Generell solle künftig bei der Straßensanierung - auch in der Oberen Stadt - hinterfragt werden, ob es wirklich ein Kopfsteinpflaster-Belag sein muss, da dieser auch Fußgängern mit Kinderwagen und älteren Menschen das Vorankommen erschwert.

In Richtung Klinik ist eine Nutzung des Gehwegs entlang der Friesener Straße für Radfahrer laut Meitner nicht möglich, weil er an manchen Stellen zu schmal ist.

3 In Sachen Sicherheit verbessert hat sich die St220 in Richtung Stadt. An der Ausfahrt der Straße "Im Ziegelwinkel", werden Autofahrer nun mit einem signalroten Straßenbelag darauf hingewiesen, dass Radfahrer ihren Weg kreuzen. "Wir haben seit dem vergangenen Jahr drei Stellen im Stadtgebiet markiert, fünf bis sechs weitere sollen in diesem Jahr folgen", erläutert Meitner.

4 Weiterhin Vorsicht - besonders zu den Stoßzeiten - ist im Bereich Stöhrstraße bis zur Kreuzung Rodacher Straße geboten. Dort kam es bereits zu schweren Unfällen. "Ein Durchfahren der Stadt von Dörfles kommend ab der Ampel Kreuzbergstraße/Stöhrstraße in Richtung Berufsschulzentrum beziehungsweise Kaspar-Zeuß-Gymnasium ist nicht ungefährlich, da man ab hier eigentlich auf der vielbefahrenen Stöhrstraße weiter fahren müsste", zeigt Zwosta auf. Die Kreuzungen sind mitunter schwer einzusehen, Radfahrer müssen sich dem Autoverkehr unterordnen. "Uns ist wichtig, dass besonders der Weg zum Schulzentrum sicherer wird", betont Reiner Hofmann, der gemeinsam mit Hinrich Ruyter das Internet-Meldeportal www.rad-orte.de ins Leben gerufen hat. Mit dieser Forderung rennt er auch beim Radfahr-Beauftragten offene Türen ein. "Das Problem ist uns natürlich bekannt und Teil des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, das die Stadt in Auftrag gegeben hat." Am Ende werde es jedoch voraussichtlich auf eine Kompromisslösung hinauslaufen.

5 Den Bahnhof mit dem Rad zu erreichen, gleicht einer kleinen Slalomfahrt - die Bahnhofsbrücke kann von Radfahrern nicht zuletzt wegen des starken Verkehrsflusses nicht genutzt werden. "Vieles ist nur möglich, wenn man die Verkehrsregeln nicht beachtet", bemängelt Zwosta. Die Radorte-Initiatoren regen beispielsweise eine verkehrsberuhigte Zone an. Eine Verbesserung sei laut Stadt jedoch nur durch Grundstückserwerb und Häuserabrissen zu erreichen. Eine Verbesserung ist derzeit nicht in Sicht.

6 Deutlich verbessert hat sich die Beschilderung in der Stadt. Marode Fahrradständer werden sukzessive ausgetauscht, an einigen Ecken wie der Treppe am Marienplatz kamen neue hinzu.